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Samstag, 5. August 2017

Die Gebrüder Zehnbauer - Feldpostkarte Johann Heinrich Zehnbauer, 08.12.1916 (05_004)

Das Motiv dieser Feldpostkarte taucht im Nachlass Johann Heinrichs zweimal auf (siehe 05.07.1916 (09_004) zur Erläuterung des Motivs). Der Text ist aus zwei Gründen nicht ganz verständlich. Zum einen lässt sich ein Wort nicht entziffern, welches aber relevant ist, um seine Kritik am „Munitionsfahren“ verstehen zu können, zum anderen ist nicht ganz klar, warum er kurzfristig seiner Tätigkeit nicht nachgehen muss. 

Der Text lautet:
„Ansichtskarte gelaufen 10.12.1916, K.D. Feldpostamt des Gardekorps, Zusatzstempel: S.B. Mun.-Kol. der 2. Battr., Fussartl. Batls.-Nr. 22, Absender: Untffz. Zehnbauer, Mun. Kol. 2. Battr., Adressat: Frau Johann Heinrich Zehnbauer, Bensheim a.B. Hessen, Wormserstr. 19  
Text: 08.12.1916, Liebe Frau und Kinder! Bin gestern und heute auch bei dem [...], was Onkel Otto geschrieben hat. Das ist schöner als Munition fahren. Habe keine Briefe mit hierher genommen, sonst hätte ich einen Brief geschrieben. Schreibe mir doch bald, wenn es zu Hause geht. Ich muß weg und meist an euch meine Lieben denken. Wenn ich doch nur bald wieder bei Euch sein könnte. Herzlicher Gruß und Kuß Euer Vater, Grüße an alle.“

Eine Vermutung, warum Johann Heinrich Zeit hat, diese Karte zu verfassen und „gestern und heute bei dem […] zu sein“, ist, dass das Bataillon zu diesem Zeitpunkt noch in den Quartieren verweilt und sich von den zuvor stattgefundenen schweren Kämpfen bei Verdun und an der Somme erholt. Die Kolonne der 2 Batterie ist in Hinacourt untergebracht[1].

NL_Zehnbauer_05_004.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Feldpostkarte gelaufen 10.12.1916, K.D. Feldpostamt des Gardekorps, Zusatzstempel: S.B. Mun.-Kol. der 2. Battr., Fussartl. Batls.-Nr. 22, Absender: Untffz. Zehnbauer, Mun. Kol. 2. Battr., Adressat: Frau Johann Heinrich Zehnbauer, Bensheim a.B. Hessen, Wormserstr. 19, Text: 08.12.1916, Liebe Frau und Kinder! Bin gestern und heute auch bei dem [...], was Onkel Otto geschrieben hat. Das ist schöner als Munition fahren. Habe keine Briefe mit hierher genommen, sonst hätte ich einen Brief geschrieben. Schreibe mir doch bald, wenn es zu Hause geht. Ich muß weg und meist an euch meine Lieben denken. Wenn ich doch nur bald wieder bei Euch sein könnte. Herzlicher Gruß und Kuß Euer Vater, Grüße an alle; digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.

Standort der Munitionskolonne der 2. Batterie am 10.12.1916




Links und Literaturhinweise

[1] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 173.

Samstag, 15. Juli 2017

Die Gebrüder Zehnbauer - Feldpostkarte Johann Heinrich Zehnbauer, 30.06.1916 (02_003)

Diese Postkarte besticht durch ein sehr schönes Foto, welches neben etlichen Soldaten der Munitionskolonne auch zu großen Teilen eine Protze zeigt. 

Diese trägt an der Seitenwand des Kutschbocks die Aufschrift „W5, Mun. Kol. d. 2. Battr, Fuss-Art. Btl.“ Bedauerlicherweise wird nur ein Name der gezeigten Personen genannt, nämlich der des rechts neben Zehnbauer sitzende Unteroffizier Krauß. Der Leutnant und der Rittmeister werden nur mit Dienstgrad erwähnt. Der Leutnant sitzt ganz außen links, rechts daneben der Rittmeister (Angaben der Positionen in der Draufsicht).

„Feldpostkarte, gelaufen 30.06.1916 K.D. Feldpostexp. der 44. Reserve Division, Absender: Untffz. Zehnbauer M.K. 2. Batterie, Fußartillerie Bataillon 22, 44. Reserve Division, Adressat: Frau Johann Heinrich Zehnbauer, Bensheim a.d. B / H., Wormserstr. 19
Text: 29. Juni 1916, Liebe Frau & Kinder. Hier eine Ansicht von unserem Waldlager. Habe noch andere Bilder, die werde ich im Anschluß schicken, daß sie nicht kabut gehen. Das ist unser Rittmeister und Leutnant und Untffz. Krauß sitzt neben mir. Sonst noch alles gut. Mit Gruß und Kuß Euer Vater. Gruß an alle Verwandten besonders an Heinrich, Gruß an […]“

Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die 44. Reserve Division, zu der auch Johann Heinrichs Einheit gehört, an der Somme[1]. Die Feldpostkarte wurde geschrieben kurz bevor die schweren und verlustreichen an der Somme begannen.

NL_Zehnbauer_02_003.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Feldpostkarte, gelaufen 30.06.1916 K.D. Feldpostexp. der 44. Reserve Division, Absender: Untffz. Zehnbauer M.K. 2. Batterie, Fußartillerie Bataillon 22, 44. Reserve Division, Adressat: Frau Johann Heinrich Zehnbauer, Bensheim a.d. B / H., Wormserstr. 19, Text: 29. Juni 1916,  Liebe Frau & Kinder. Hier eine Ansicht von unserem Waldlager. Habe noch andere Bilder, die werde ich im Anschluß schicken, daß sie nicht kabut gehen. Das ist unser Rittmeister und Leutnant und Untffz. Krauß sitzt neben mir. Sonst noch alles gut. Mit Gruß und Kuß Euer Vater. Gruß an alle Verwandten bes. an Heinrich, Gruß an [...]; Johann Heinrich Zehnbauer: untere Reihe, 2. von rechts, digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.

NL_Zehnbauer_02_003_Ausschnitt.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Feldpostkarte, gelaufen 30.06.1916 K.D. Feldpostexp. der 44. Reserve Division, Absender: Untffz. Zehnbauer M.K. 2. Batterie, Fußartillerie Bataillon 22, 44. Reserve Division, Adressat: Frau Johann Heinrich Zehnbauer, Bensheim a.d. B / H., Wormserstr. 19, Text: 29. Juni 1916,  Liebe Frau & Kinder. Hier eine Ansicht von unserem Waldlager. Habe noch andere Bilder, die werde ich im Anschluß schicken, daß sie nicht kabut gehen. Das ist unser Rittmeister und Leutnant und Untffz. Krauß sitzt neben mir. Sonst noch alles gut. Mit Gruß und Kuß Euer Vater. Gruß an alle Verwandten bes. an Heinrich, Gruß an [...]; Johann Heinrich Zehnbauer: untere Reihe, 2. von rechts, digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.



Links und Literaturhinweise

[1] http://wiki-de.genealogy.net/44._Reserve-Division_(WK1) (besucht am 06.04.2017)

© Frank-Egon Stoll-Berberich, 2017, Alle Rechte vorbehalten.


Samstag, 8. Juli 2017

Die Gebrüder Zehnbauer - Feldpostkarte: Johann Heinrich Zehnbauer, 25.06.1916 (10_007)

...unser Waldlager von Verdun, wo wir uns 11 Wochen rummachen mußten...

Die Karte vom 25.06.1916 zeigt das Waldlager währen der Kämpfe um Verdun, es kann dies das Waldlager IV bei Brieulles[1] oder das Waldlager im Bois de Sartelle[2] sein, welches sich die Munitionskolonne selbst „fabriziert“ hat. Johann Heinrich Zehnbauer wird die Zeit in Verdun, die vom 4. April 1916 bis zum 2. bzw. 10 Juni 1916 dauerte[3], als Referenz nehmen für die besonders belastenden Phasen im Krieg. So wird er die Zeit an der Somme, vom 2. Juli bis Mitte November 1916[4], in seiner Feldpostkarte vom 05.07.1916 (siehe 09_004)  als "Verdun 2" bezeichnen.

In der Chronik (Filtzinger) heißt es im Stile der damaligen Zeit über die Kämpfe in Verdun:
[...] Die „Hölle von Verdun“ ist los! Die „Moulin de Guerre“ mahlt unbarmherzig vor Verdun! Und in diese Mühle kommen wir nun auch hinein! Und wir mahlen kräftig mit. Acht schwere Wochen lang! Als wir die Mühle verlassen, haben wir 38 648 Granaten aus unseren Rohren geschickt. Ein Geschütz ist durch Volltreffer zerstört, 5 Geschütze sind unbrauchbar geworden, 10 Pferde liegen tot, und wir haben den Verlust von 10 Gefallenen, 12 Schwerverwundeten und 44 Leichtverwundeten zu beklagen. [...]
In Zehnbauers Feldpostkarte heißt es:
„Feldpostkarte gelaufen, 26.06.1916; Absender: Unteroffizier Zehnbauer, Munitionskolonne der 2. Batterie des Fußartillerie Bataillons 22, 44. Reserve Division, Adressat: An Frau Johann Heinrich Zehnbauer, Bensheim a.d.B. Hessen, Wormserstraße 19; 
Text: 25. Juni1916; Liebe Frau! Hier eine kleine Karte von unserem Waldlager von Verdun wo wir uns 11 Wochen rummachen mußten. Die Hütten haben wir uns selbst fabriziert und mit Dachpappe gedeckt. Otto Rothermel sitzt unten neben mir. Hebe das Bild auf zur Erinnerung. Sonst noch gut. Schreibe mir mal [...] Mit herzlichen Grüßen d.[ein] Johann“
Wie auch in anderen Feldpostkarten (vergleiche Feldpostkarten 14.05.1915 (07_004) und demnächst 05.07.1916 (09_004), 12.12.1916 (02_004), 16.12.1916 (07_003), 25.05.1917 (10_001)) wird Otto Rothermel genannt und ist sogar auf dem Bild zu sehen, wie Johann Heinrich in seiner Karte auch erwähnt.

NL_Zehnbauer_11_007.jpg, Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Feldpostkarte gelaufen, 26.06.1916; Absender: Unteroffizier Zehnbauer, Munitionskolonne der 2. Batterie des Fußartillerie Battailon 22, 44. Reserve Division, Adressat: An Frau Johann Heinrich Zehnbauer, Bensheim a.d.B. Hessen, Wormserstraße 19; Text: 25. Juni 1916; Liebe Frau! Hier eine kleine Karte von unserem Waldlager von Verdun wo wir uns 11 Wochen rummachen mußten. Die Hütten haben wir uns selbst fabriziert und mit Dachpappe gedeckt. Otto Rothermel sitzt unten neben mir. Hebe das Bild auf zur Erinnerung. Sonst noch gut. Schreibe mir mal [...] Mit herzlichen Grüßen d.[ein] Johann; digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.

NL_Zehnbauer_11_007_Ausschnitt.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Waldlager der Munitionskolonne der 2. Batterie des Fußartillerie Bataillons Nr. 22 im Juni 1916 bei Verdun, Frankreich, Bildausschnitt aus der Feldpostkarte (26.06.1916) von Johann Heinrich Zehnbauer (1882-1953) aus Bensheim an seine Frau in Bensheim, Johann Heinrich Zehnbauer (2. v.l.) und  Otto Rothermel  (3. v.l.); digitalisiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.


Standort der Munitionskolonne im Juni 1916 - Waldlager bei Brieulles



Links und Literaturhinweise

[1] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 119.
[2] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 122.
[3] für eine ausführliche Darstellung der Ereignisse in Verdun aus der Sicht des Fußartillerie-Bataillon Nr. 22 siehe: Filtzinger, Ph. (1933): Seite 118-131.
[4] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 132 ff.

© Frank-Egon Stoll-Berberich, 2017, Alle Rechte vorbehalten.


Freitag, 23. Juni 2017

Die Gebrüder Zehnbauer - Feldpostkarte Johann Heinrich Zehnbauer, 23.05.1915 (10_004)

Kurz bevor das Bataillon am 03.06.1915 in Staden, Belgien, verladen wird, um die Reise an die Ostfront anzutreten[1], kommt es für die Einheit im Raum Diksmuide noch zu Kämpfen, jedoch werden diese in Johann Heinrichs Ansichtskarte, die per Brief an die Heimat gesandt worden sein muss und daher keinen Absender oder Adressaten trägt, nicht erwähnt. Dies mag daran liegen, dass die Munitionskolonne Johann Heinrichs in Moere lag[2] und somit nicht unmittelbar betroffen war von den Kämpfen.

Die Karte ist auch auf der Vorderseite, die die Kirche in Eessen (heute: Esen) zeigt, beschriftet mit Erlebnissen vom 22.10.1914, die für Johann Heinrich sehr prägend gewesen sein müssen. 

Dass die Verhältnisse und Zerstörungen im Bereich der Kirche verheerend gewesen sein müssen, wie im Text dargestellt, zeigt auch ein Vergleich mit der heutigen Bebauung und Straßenführung[3]. Die Kirche wurde nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufgebaut.
Text: [Sonntag] 23/5 [23.05.1915] 1. Pfingstfeiertag im Mai 1915; Liebe gute Frau, War heute morgen in [Eerneghem] in der Kirche. Das ist nicht mehr so bequem wie in Moere, da muß ich erst eine 1/2 Stunde laufen. Aber eine [...prachtvolle] schöne Kirche wie ein Schmuckkästchen so schön und [eine Orgel so groß wie ein ...]. Auf dem Rückweg habe ich im Laden die Ansichtskarten betrachtet, da habe ich diese dabei gefunden. Da wollte ich schon länger mal eine haben, konnte aber nie eine bekommen, das ist eine schöne Erinnerung. Hebe sie mir gut auf. Heute ist hier schönes Wetter. Was könnte man sich da zu Hause freuen. Eben habe ich im Augenblick ein Brief von dir [mein Schatz bekommen] will mal rasch gucken, was du mir geschrieben hast, mein [Schatz].
Bildseite oben links: diese Häuser hier haben noch gestanden als wir hinfuhren und bis wir draußen waren, da brannten sie schon; oben Mitte: Hebe diese Karte gut auf, das ist für mich ein schönes Andenken; oben rechts: 22. Oktober 1914 Nachts unter Schrapnellfeuer an dieser Kirche gedreht und [schnell] zurück; rechts Mitte: Dieser schöne Kirchturm wurde in dieser Nacht zusammen [geschossen]; unten rechts: Aus diesen Häusern haben wir uns den guten Rothwein geholt.
Auch wenn sich der Ort entziffern lässt, so finden sich andere Schreibweisen in der Chronik (Eerneghem) und aktuellen Karten (Eernegem). Die im Text genannten Kirche, der Sint-Medardus Kerk, passt aufgrund ihrer Größe, Innenraumgestaltung und der Orgel zu der begeisterten Darstellung Johann Heinrichs.[4]

NL_Zehnbauer_10_004.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Text: [Sonntag] 23/5 [23.05.1915] 1. Pfingstfeiertag im Mai 1915; Liebe gute Frau, War heute morgen in [Eerneghem] in der Kirche. Das ist nicht mehr so bequem wie in Moere, da muß ich erst eine 1/2 Stunde laufen. Aber eine [...prachtvolle] schöne Kirche wie ein Schmuckkästchen so schön und [eine Orgel so groß wie ein ...]. Auf dem Rückweg habe ich im Laden die Ansichtskarten betrachtet, da habe ich diese dabei gefunden. Da wollte ich schon länger mal eine haben, konnte aber nie eine bekommen, das ist eine schöne Erinnerung. Hebe sie mir gut auf. Heute ist hier schönes Wetter. Was könnte man sich da zu Hause freuen. Eben habe ich im Augenblick ein Brief von dir [mein Schatz bekommen] will mal rasch gucken, was du mir geschrieben hast, mein [Schatz].; Bildseite oben links: diese Häuser hier haben noch gestanden als wir hinfuhren und bis wir draußen waren, da brannten sie schon; oben Mitte: Hebe diese Karte gut auf, das ist für mich ein schönes Andenken; oben rechts: 22. Oktober 1914 Nachts unter Schrapnellfeuer an dieser Kirche gedreht und [schnell] zurück; rechts Mitte: Dieser schöne Kirchturm wurde in dieser Nacht zusammen [geschossen]; unten rechts: Aus diesen Häusern haben wir uns den guten Rothwein geholt.; digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich, 2017 ©

Standort der Munitionskolonne am 23.05.1915


Standort der Munitionskolonne am 22.10.1914 (Beschreibung der Kämpfe in Eesen (Esen) auf der Vorderseite der Karte)




Links und Literaturhinweise

[1] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 36.
[2] siehe: Filtzinger, Ph. (1933): Seite 28f.
[3] http://www.kerkeninvlaanderen.be/pages/kerk_01875.htm (besucht am 06.04.2017)
[4] vergleiche: https://inventaris.onroerenderfgoed.be/erfgoedobjecten/210984 (besucht am 06.04.2017)

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Samstag, 27. Mai 2017

Die Gebrüder Zehnbauer - Ansichtskarte / Feldpost Johann Heinrich Zehnbauer 27.10.1914 (08_003)

Die Ansichtskarte, als Feldpost verschickt, ist weniger aufgrund ihres Inhaltes interessant, sondern mehr aufgrund der Stadtansicht von Oostende.

Sie zeigt den Binnenhafen Oostendes direkt gegenüber dem Bahnhof. Das markante Gebäude im Hintergrund zeigt die „Bâtiment pour les Servises de la Marine à Ostende (Pilotage, Commissariat Maritime et École de Navigation)“[1]. Von diesen Gebäuden ist heutzutage nichts mehr zu erkennen, der gesamte Hafenbereich wurde nach massiven Kriegseinwirkungen neu aufgebaut. Ob Johann Heinrich jemals in Oostende war, ist unbekannt. 

„Feldpostkarte, gelaufen 27.10.1914, K.D. Feldpostamt des XXII. Res.-Korps, Absender: Gefreiter Zehnbauer, Munitionskolonne, Fußart. Batt. 22, 22. Res. Armeekor, 43. Res. Division; Adressat: Frau Franziska Zehnbauer, Bensheim a.B. Hessen, Wormserstr. 19, 
Text: 27.10.1914, Die besten Grüße und Küsse sendet dir dein Johann. Gestern war ich bei [Name].[Name] hat mir eine Dose Butter gegeben, die er in Frankreich mitgenommen hat. Warum schreibst du mir nicht wie es zu Hause zugeht. Gruß an Heinrich [Name] und Familie und alle Bekannten
Vorderseite: Alle haben schon Post bekommen, nur ich nicht; Absender [s.o.]; Gruß an Familie [...] und Settetante“
NL_Zehnbauer_08_003.jpg, Nachlass Zehnbauer, Bensheim, Feldpostkarte, gelaufen 27.10.1914, K.D. Feldpostamt des XXII. Res.-Korps, Absender: Gefreiter Zehnbauer, Munitionskolonne, Fußart. Batt. 22, 22. Res. Armeekor, 43. Res. Division; Adressat: Frau Franziska Zehnbauer, Bensheim a.B. Hessen, Wormserstr. 19,  Text: 27.10.1914, Die besten Grüße und Küsse sendet dir dein Johann. Gestern war ich bei [Name].[Name] hat mir eine Dose Butter gegeben, die er in Frankreich mitgenommen hat. Warum schreibst du mir nicht wie es zu Hause zugeht. Gruß an Heinrich [...] und Familie und alle Bekannten Vorderseite: Alle haben schon Post bekommen, nur ich nicht; Absender [s.o.]; Gruß an Familie [...] und Settetante, digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©


Die Feldpostkarte trägt zwar keine Ortsangabe, aber sie wurde nur wenige Tage nach den dramatischen Ereignissen verfasst, die Johann Heinrich am 22.10.1914 in Eessen (siehe Feldpostkarte vom 23.05.1915 (10_004)) erlebt hatte. Die Eindrücke Zehnbauers stimmen mit den Darstellungen in der Chronik überein, die von Hektik, schwerem Artilleriefeuer, technischen und organisatorischen Problemen geprägt sind. Insbesondere der Munitionsmangel wird immer wieder erwähnt. Die Munitionskolonnen haben an den Wegkreuzungen Zarren-Eessen und Wercken-Clercken Biwak bezogen. Am 27. Oktober toben die Kämpfe um Dixmuide, also nur wenige Kilometer von Eessen entfernt[2].

Standort des Postkartenmotivs - Oostende (Hafenmeisterei)



Standort der Einheit Johann Heinrich Zehnbauers (Reserve Fußartillerie Batterie 22)



Links und Literaturhinweise

[1] http://archimaps.tumblr.com/post/5961685260/projected-building-for-maritime-services-in-1898 (zuletzt besucht am 06.04.2017)
[2] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 10f.

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