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Mittwoch, 21. November 2018

Der Erste Weltkrieg in Farbe - Ein Bild von Johann Heinrich Zehnbauer in der Uniform des Ersatzbataillons Fußartillerie No. 3, Mainz

Ein weiterer Versuch, die alten Bilder in das Hier und Jetzt zu holen. Der Aufwand ist immens und automatische Prozesse haben sich nicht bewährt. Der Vorteil dieser mühseligen Kleinarbeit ist die Tatsache, dass man sich die Bilder noch mehr anschaut, noch mehr auf Details achtet und sich der Materie der Uniformen und Dienstgrade verstärkt widmen muss.

Der Gefreite Johann Heinrich Zehnbauer ist zu erkennen an der dünnen Schnur am Kragen seines Drillichs. Die zwei anderen Herren, die leider unbekannt sind, haben diese Schnur nicht, sind somit einfache Soldaten.

Die Kopfbedeckung leuchten noch in blau, dies änderte sich erst im Jahre 1910, als umfassend auf Feldgrau als Standardfarbe umgerüstet wurde. Die Kokarden zeigen die Reichskokarde (oben) und die preußische Kokarde (unten).

Verschieben Sie den grünen "Schieber" nach links oder rechts, um den Unterschied zu sehen.


© Frank-Egon Stoll-Berberich, 2018, Alle Rechte vorbehalten.

Sonntag, 18. November 2018

Der Erste Weltkrieg in Farbe - Ein Versuch anhand eines Bildes von Johann Heinrich Zehnbauer in der Uniform des Train Ersatzbataillons 18

Nachdem anlässlich der 100jährigen Gedächtnisfeierlichkeiten zum Ende des Ersten Weltkriegs der Film "They Shall Not Grow Old" in englischen Kinos lief, der historisches Filmmaterial in noch nie dagewesener Weise in nachkolorierter Version zeigte, sollen nun sukzessive etliche Bilder dieses Blogs auch nachkoloriert erscheinen. Auch wenn die Mittel dafür im Vergleich zur professionellen Vorgehensweise eher bescheiden sind, vermittelten die Bilder doch einen ganz anderen Eindruck als die Originale. Es sollen vor allem Bilder nachkoloriert werden, die Uniformen zeigen.

Johann Heinrich Zehnbauer trägt die Uniform des Großherzoglich Hessischen Train Bataillons 18, welche gemäß des Jahres 1905 noch in voller Farbenpracht strahlt.

Der Waffenrock erscheint in einem dunklen Blau, mit hellblauem Kragen, hellblauen Vorstößen und Ärmelaufschlägen. Dazu das passende "Krätzchen" aus dunklem Wollstoff für das Huttuch (wie der Waffenrock) und mit hellblauem Besatzstreifen. Die obere Kokarde in den Reichsfarben "schwarz-weiß-rot", die untere in weiß-rot für das Großherzogtum Hessen.

Verschieben Sie den grünen "Schieber" nach links oder rechts, um den Unterschied zu sehen.


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Mittwoch, 26. September 2018

4. Kriegsanleihe 1916 - Bensheimer Schülerin opfert ihr Taschengeld für die Soldaten an der Front

"Die kleine Lisa ist erst neun Jahre alt. Sie geht in Bensheim zur Schule, ihr Vater ist im Krieg und die Schülerin spendet ihr Taschengeld der Front".

Lisa (Elisabeth) Zehnbauer und ihre Klasse der Katholischen Volksschule Bensheim mit der Klassenlehrerin Frau Kempf 1917

So dürften etliche Lebensläufe in Deutschland, ja in ganz Europa ausgesehen haben und die kleine Lisa war nicht die einzige Schülerin, die dem Aufruf zur Spende gefolgt sein dürfte. 

Das Formular war für Schulen vorbereitet worden; der Name des Schülers, der Schule und des Lehrers kamen in die entsprechenden, vorgedruckten Felder. Da konnte man gar nicht "Nein" sagen!



Zu Beginn des Krieges hatte man sich in Deutschland zur Finanzierung des Krieges, dem liberalen Wirtschaftsgeist der Epoche gemäß, für Anleihen entschieden und nicht wie andere Staaten für eine Erhöhung der Steuern. Geld musste her und zwar in rauen Mengen, denn bereits die erste Kriegswoche schlug mit rund 750 Millionen Mark zu Buche, der erste Monat verschlang bereits 2.25 Milliarden Mark und es sollten noch vier Jahre Krieg folgen. 

Die erste Kriegsanleihe vom 10. bis 19. September 1914 brachte mit 1.177.235 Zeichnern, die alle 100 Mark einlegen mussten, insgesamt 4.5 Milliarden Mark. Aber 100 Mark Mindesteinlage war für keinen normalen Schüler zu stemmen. Zwar gab es auch schon im Rahmen der allerersten Kriegsanleihe Schulen und Schüler, die sich beteiligten, aber dabei handelte es sich um wenige Schulen, meist elitäre Gymnasien, die dieses Opfer erbringen konnten.

Einhundert Mark waren für das älteste der 6 Kinder Johann Heinrich Zehnbauers undenkbar. Das sah wohl auch die Regierung so und es wurden ab der 2. Kriegsanleihe auch Schulen mit einbezogen. Was vorerst noch als "pädagogischer Missgriff" verurteilt wurde, entwickelte sich spätestens mit der vierten Anleihe zu einer schulischen Pflichtveranstaltung.1

Jetzt durfte auch die kleine Lisa ihr Opfer bringen. Frau Kempf die Klassenlehrerin konnte gar nicht anders, als diesen organisierten Opfergang institutionell umsetzen und so landete das Taschengeld der kleinen Lisa... wo es besser nicht gelandet wäre!


Links und Literaturhinweise

1) siehe: Kronenberg, Martin (2014): Kampf der Schule an der "Heimatfront" im Ersten Weltkrieg: Nagelungen, Hilfsdienste, Sammlungen und Feiern im Deutschen Reich, Hamburg, Seite 106ff.

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Donnerstag, 9. November 2017

Die Gebrüder Zehnbauer im Ersten Weltkrieg - Zusammenfassung der Blogeinträge als PDF-Dokument

Nachdem alle Feldpostkarten, Feldpostbriefe und Fotografien der Gebrüder Zehnbauer in einzelnen Beiträgen dargestellt und dokumentiert wurden, sind diese nun als PDF-Dokument verfügbar. 33 Seiten, die alle Inhalte der Reihe "Die Gebrüder Zehnbauer im Ersten Weltkrieg" erfassen.


Samstag, 4. November 2017

Die Gebrüder Zehnbauer - Reservistentreffen

Es liegen noch zwei Bilder vor, die Johann Heinrich Zehnbauer in den 1930er Jahren bei Kameradschaftstreffen seines Regiments zeigen. Auf beiden Bildern scheint derselbe Anlass abgelichtet worden zu sein, sprich ein Treffen am selben Tag, da etliche Teilnehmer identische Kleidung tragen. Die zeitliche Bestimmung des Anlasses kann auf die 1930er Jahre festgelegt werden, da im Hintergrund an einem der Häuser eine Hakenkreuzfahne zu erkennen ist (NLJS_00043).

NLJS_00043.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Johann Heinrich Zehnbauer (s. Kreuz) bei einem Kameradschaftstreffen des Fußartillerie Regiments Nr. 22 in den 1930er Jahren in Mainz. Das Schild zeigt neben "Rgt.22" zwei gekreuzte einflammige große Langgranaten des Ersatzbataillons Fußartillerie-Regiment Nr. 3.; Digitalisierung: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017.


Die Gruppe der angetretenen Regimentsangehörigen (siehe Bild NLJS_00043) wird angeführt von einem jüngeren Mann, der ein Schild trägt, welches den Namen des Regiments zeigt „Rgt. 22“. Dies lässt vermuten, dass an diesem Tag noch andere Regimenter im Rahmen einer umfassenderen Veranstaltung angetreten waren.

Das Schild trägt neben dem Motto „Zu gleich“ auch eine Darstellung einer Schulterklappe, die zwei gekreuzte einflammige große Langgranaten und eine darunter befindliche Regimentszahl zeigt. Im Gegensatz zu der Schulterklappe im Bild vom 24.12.1917 (05_001), die die Zahl „22“ zeigt, ist auf dem Schild die Zahl „3“ zu erkennen, die auf den Ursprung des Regiments, dem Ersatzbataillon Fußartillerie-Regiment Nr. 3 zurückzuführen ist.

NLJS_00029.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Johann Heinrich Zehnbauer (untere Reihe, 7. von rechts) bei einem Kameradschaftstreffen des Masurischen Fußartillerie Regiments 22, Mainz, 1930er Jahre, digitalisiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.



© Frank-Egon Stoll-Berberich, 2017, Alle Rechte vorbehalten.


Freitag, 27. Oktober 2017

Die Gebrüder Zehnbauer - Einzelne Bilder von Johann Heinrich Zehnbauer (08_002, 04_003, 01_001, 04_002, 04_004)

08_002

Johann Heinrich als Unteroffizier mit  zwölf weiteren Kameraden, darunter 2 Unteroffiziere. Der Dienstgrad lässt das Bild auf die Zeit nach Mai 1915 bestimmen. Der Ort lässt sich nicht feststellen, allerdings ist das Bild aufgrund seiner Herzform – eine fotografische Spielerei, die öfters Anwendung fand – etwas Besonderes.

NL_Zehnbauer_08_002.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Unteroffizier Johann Heinrich Zehnbauer zusammen mit 2 weiteren Unteroffizieren und 10 Mannschaften, genauer Ort, Zeit und Einheit unbekannt, aufgrund des Dienstgrads Zehnbauers muss das Bild nach Mai 1915 entstanden sein. Digitalisierung: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.


04_003

Unteroffizier Johann Heinrich Zehnbauer zusammen mit zwei Kameraden, ein Unteroffizier und ein Mannschaftsdienstgrad. Ort, Zeit und Anlass unbekannt.
Auffallend sind die Maultiere, die sonst auf keinem der anderen Bilder aus den Stallungen oder Waldlagern zu sehen sind. Nur auf dem Bild mit rückseitigem Text (11_001), welches vermutlich am gleichen Ort und zur selben Zeit aufgenommen worden ist, sind die „Pferdchen“ noch einmal zu sehen.

NL_Zehnbauer_04_003.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Johann Heinrich Zehnbauer (ganz rechts) als Soldat beim Masurischen Fußartillerie Regiment 22, genauer Ort und Zeit unbekannt, keine Angaben auf Rückseite. Digitalisierung: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.


01_001

Johann Heinrich Zehnbauer mit einem Kameraden zu Pferde. Die Aufschrift der Rückseite ist nur schwer zu entziffern und somit wurde das Bild (01_001) als unbeschriftet eingeordnet. Das Gebäude im Hintergrund lässt auf Westfront schließen. Johann Heinrich trägt bereits die Uniform eines Unteroffiziers, wie sein Kamerad auch.
„Beim Klee suchen in Dotings B[…]lien aufgenommen am 4. Juni zurück ins Ruhequartier.“

NL_Zehnbauer_01_001.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Aufschrift Rückseite schwer leserlich: Beim Klee suchen in Dotings B[…]lien aufgenommen am 4. Juni zurück ins Ruhequartier, vermutlich: Belgien, Unteroffizier Johann Heinrich Zehnbauer (rechts). Digitalisierung: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.

04_002

Johann Heinrich Zehnbauer (ganz rechts) vor einer Unterkunft, vermutlich Belgien / Frankreich, mit Kameraden. Selbst die sonst dienlichen Rangabzeichen können in diesem Fall bei der Zuordnung nicht helfen, da fast alle Soldaten Arbeitsanzüge tragen bzw. die typischen Erkennungsmerkmale nicht sichtbar sind.

NL_Zehnbauer_04_002.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Johann Heinrich Zehnbauer (ganz rechts) als Unteroffizier bei der 2. Munitionskolonne, 1. Batailon des Masurischen Fußartillerie Regiments 22, Erster Weltkrieg, vermutlich Belgien, genauer Ort und Zeit unbekannt, keine Angaben auf Rückseite. Digitalisierung: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.


04_004

Bei diesem Bild, welches eine gewaltige Explosion, vermutlich einen Granateinschlag deutscher Artillerie, zeigt, fehlen Ort- und Zeitangaben.

NL_Zehnbauer_04_004.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Bild aus dem Nachlass Johann Heinrich Zehnbauer, keine Angaben zu Ort und Zeit, vermutlich Westfront (Belgien), Erster Weltkrieg. Digitalisierung: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.




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Samstag, 21. Oktober 2017

Die Gebrüder Zehnbauer - Johann Heinrich Zehnbauer, Fotografien Mai 1918, Geluwe, Belgien (06_004; 11_003)

Zwei Fotografien vom Mai 1918 zeigen die Sint-Dionysiuskerk in Geluwe. Die Innenaufnahme des Kirchenschiffes (11_003) zeigt deutlich die Schäden, die der Krieg an der Kirche, dem Ort und im Raum Ypern hinterlässt. Der Wiederaufbau der Kirche dauert bis 1926, zwischenzeitlich stellt das Amerikanische Rote Kreuz eine großzügige Notunterkunft zur Verfügung, die als Schule und Kirche dient.

Auch im Zweiten Weltkrieg sollte die Kirche in Mitleidenschaft gezogen werden, wurden doch ein zweites Mal die Glocken demontiert und zum Einschmelzen nach Deutschland verbracht. 1945 tauchten sie in Hamburg wieder auf und konnten nach Geluwe zurückgebracht werden[1].

Generell sind die Kämpfe im Frühjahr und Sommer 1918 geprägt von einem intensiven Einsatz der Artillerie und zudem auch vom Einsatz an Gasangriffen, gilt es doch eine Großoffensive gegen die alliierten Truppen zu führen, die kurzfristig auch zu Raumgewinnen von bis zu 20 km in Richtung Westen erzielt[2]. Seit dem 10. Mai 1918 liegen nun Stab, Batterie 1 und 2/22 mitsamt Kolonnen in Geluwe, aus dieser Zeit stammen die zwei Bilder.

NL_Zehnbauer_11_003.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Kirche in Geluwe (heute Stadtteil von Wervik, Belgien), im Monat Mai 1918. Seit dem 9. Mai 1918 lagen der Stab und die Batterien 1 und 2 des Masurischen Fußartillerie Regiments 22 mit Kolonnen nördlich und südlich von Geluwe. Digitalisierung: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.


Das Bild vom Mai 1918 (06_004) zeigt die völlig zerstörte Innenstadt der Gemeinde Geluwe knapp 15 km südöstlich von Ypern. Es zeigt im Hintergrund die Sint-Dionysiuskerk, die während der Kämpfe im Raum Ypern schwere Schäden an Decken und Dach genommen hat und zudem ihre Glocken einbüßen musste, da diese am 17.07.1917 durch die deutschen Truppen demontiert wurden[3]. Aufgenommen wurde das Bild vermutlich aus den Trümmern des alten Stadthauses, westlich der Kirche[4].

NL_Zehnbauer_06_004.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Kirche in Geluwe (heute Stadtteil von Wervik, Belgien), im Monat Mai 1918. Seit dem 9. Mai 1918 lagen der Stab und die Batterien 1 und 2 des Masurischen Fußartillerie Regiments 22 mit Kolonnen nördlich und südlich von Geluwe. Digitalisierung: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.

Standort des Stab, Batterie 1 und 2/22 sowie Kolonnen im Mai 1918


Links und Literaturhinweise

[1] https://nl.wikipedia.org/wiki/Sint-Dionysiuskerk_(Geluwe), (besucht am 06.04.2017)
[2] Piekalkiewicz, Janusz (1994): Seite 541 ff.
[3] https://nl.wikipedia.org/wiki/Sint-Dionysiuskerk_(Geluwe) (besucht am 06.04.2017)
[4] siehe Filtzinger, Ph. (1933) Seite 297ff – G(h)eluwe wird hier als Quartier mehrfach genannt.


© Frank-Egon Stoll-Berberich, 2017, Alle Rechte vorbehalten.


Freitag, 13. Oktober 2017

Drei Gebrüder Zehnbauer - Johann Heinrich Zehnbauer, Fotografie "Pferdchen" 25.01.1918 (11_001)

Dieses Bild zeigt Johann Heinrich Zehnbauer mit Pferden und Maultieren und die Rückseite enthält einen ausführlichen Text, der in Bleistift verfasst wurde, allerdings kaum zu entziffern ist. Teile des Anfangs lassen sich noch entziffern, die untere Hälfte hingegen ist verloren. Es geht hauptsächlich um die abgelichteten Tiere. Auch die Bildqualität ist schlecht, Teile des Bildes sind abgekratzt. 

„Andenken an das […]kommando der Div. […] aufgenommen am 25. Januar 1918 in […] Liebe gute Frau! Hebe mir das Bildchen nur gut auf, da sind unsere kleinen Pferdchen und Esel. Es ist nur schade, daß das Bild nicht […] worden ist. An dem Pferdchen, das ich unter dem Arm habe, kannst du sehen wie klein die Tierchen sind. Hinter mir hat sich gerade das kleine [Tierchen] gewälzt. […]"

Aufgrund der unleserlichen Ortsangabe lässt sich nur eine grobe Verortung vornehmen. Im Januar 1918 liegt das Bataillon im Raum Roeselare, Belgien[1].

NL_Zehnbauer_11_001.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; „Andenken an das […]kommando der Div. […] aufgenommen am 25. Januar 1918 in […] Liebe gute Frau! Hebe mir das Bildchen nur gut auf, da sind unsere kleinen Pferdchen und Esel. Es ist nur schade, daß das Bild nicht […] worden ist. An dem Pferdchen, das ich unter dem Arm habe, kannst du sehen wie klein die Tierchen sind. Hinter mir hat sich gerade das kleine [Tierchen] gewälzt. […], digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.


Standort der Munitionskolonne, 2. Batterie, 1. Bataillon, Masurisches Fußartillerie Regiment 22




Links und Literaturhinweise

[1] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 260f.


© Frank-Egon Stoll-Berberich, 2017, Alle Rechte vorbehalten.


Samstag, 7. Oktober 2017

Die Gebrüder Zehnbauer - Johann Heinrich Zehnbauer "Weihnachtsfeier", 24.12.1917 (05_001)

Die Weihnachtsfeier, die laut Aufschrift „Zum Andenken an die Weihnachtsfeier in Hinacourt 1917“ in Hinacourt, Frankreich, zeigt Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften bei einer anscheinend in den Abendstunden stattfindenden Zusammenkunft. Dies erklärt die Lichtspuren, die durch Kerzen oder Wunderkerzen hervorgerufen sein müssen. 

Schulterklappe des Masurischen Fußartillerie Regiments No. 22
Ein interessantes Detail ist einer der Mannschaften am unteren Bildrand. Er trägt die Schulterklappen des Fußartillerie Regiments Nr. 22.

Es lassen sich zwei gekreuzte einflammige große Langgranaten und die Zahl „22“ ausmachen.

Trotz Probleme bei der Transkription des rückwertigen Textes, deckt sich der „gelesene“ Ort mit den Angaben in der Chronik, allerdings passt die Jahreszahl nicht zum Ort, d.h. dass die Batterie Weihnachten 1916 in Hinacourt[1] verweilte, Weihnachten 1917 allerdings im Raum Moereveld[2]. Somit stimmt entweder der Ort oder die Zeitangabe auf der Rückseite des Bildes nicht.

Da die Chronik aber insbesondere auf die Weihnachtsfeier 1917 hinweist:

"Am 24. Dezember findet in den Batterien und Kolonnen eine einfache Weihnachtsfeier statt. In dem größten Raum der Mannschaftsunterkunft werden geschmückte Weihnachtsbäume aufgestellt, und nach kurzer Ansprache der Batterie- und Kolonnenführer bleiben Offiziere und Mannschaften bei einigen Gläsern guten deutschen Bieres bis in die späten Abendstunden zusammen. Die Kampftätigkeit ist durch das Weihnachtsfest nicht beeinflußt, Artilleriebekämpfung findet statt und Beunruhigungsfeuer wird geschossen wie sonst.[3]"
scheint die Weihnachtsfeier in Belgien im Jahre 1917 am wahrscheinlichsten. 

NL_Zehnbauer_05_001b.jpg, Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Aufschrift auf Rückseite: "Andenken an die Weihnachtsfeier 1917 in Hinacourt", Johann Heinrich Zehnbauer: 2. oben links. Bei dieser Karte scheint eine Verwechslung vorzuliegen, denn die 2. Batterie, I. Bataillon des Masurischen Fußartillerie Regiments 22 lag im Dezember 1916 in Hinacourt, Frankreich, das Weihnachsfest im Dezember 1917 fand im Raum Moereveld, Belgien statt; digitalisiert: Frank-Egon Stoll-Berberich ©

Standort der Weihnachtsfeier 1917



Auf der Bildrückseite genannter Ort der Weihnachtsfeier




Links und Literaturhinweise

[1] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 173.
[2] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 256.
[3] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 260f.

Radiobeitrag: Das Kalenderblatt (BR 2), Weihnachtsfrieden 1914.


© Frank-Egon Stoll-Berberich, 2017, Alle Rechte vorbehalten.


Donnerstag, 5. Oktober 2017

Nach 112 Jahren zurück in die Wahner Heide - Ein Bensheimer Soldat in der Ausstellung "200 Jahre Militär in der Wahner Heide"

Begrüßt werden die Besucher der Ausstellung in der Remise der Burg Wissem zum Thema "200 Jahre Militär in der Wahner Heide" von einem nahezu lebensgroßen Bild des Bensheimer Soldaten Johann Heinrich Zehnbauer. Das Gruppenfoto, welches ihn und zwei (leider) unbekannte Kameraden zeigt, ziert den Eingangsbereich der Ausstellung. 


Auf zwei weiteren Tafeln wird auch dieses Bild, sowie das Bild, welches ihn auf dem Kutschbock einer Offizierskutsche zeigt, präsentiert. Thema dieser Bilder sind die im Umfeld des Truppenübungsplatzes tätig gewesenen Fotografen.


Im hinteren Teil der Ausstellung wird auf den Lebensweg einzelner Soldaten eingegangen, die auf dem Truppenübungsplatz einst für den Ernstfall vorbereitet wurden. Kurz werden die Erlebnisse aus den Kriegstagen dargestellt. 


Auf der Tafel "Soldaten an die Front" heißt es:
"Nachdem 1914 die Regimenter an die Front verlegt worden waren, kehrte für kurze Zeit Ruhe auf dem Schießplatz ein. Schon bald brachte man erste Gefangene unter, zeitweise wurden auch Truppenteile kaserniert. Neben einer Artillerie-Schieß- und Messschule sowie einer Schallmessschule nahm auch ein Fesselballonkommando hier Quartier. Nachdem immer mehr deutsche Truppen an die Westfront verlegt worden waren, mussten auch neue Soldaten ausgebildet werden und die meisten Kriegsgefangenen wurden nach Limburg verlegt.[...]

Johann Heinrich Zehnbauer (1882-1953) gehörte der Bespannungsabteilung des Fußartillerie-Regiments Nr. 3 aus Mainz an und war 1905 zur Ausbildung auf dem SchießDetail des Foto von 1905, platz Wahn. Während des Ersten Weltkriegs war er an der Somme, in Ypern und in Verdun stationiert und hat alle Schlachten überlebt. [...]".
Näheres zur Ausstellung erfahren Sie unter: www.troisdorf.de.

Samstag, 30. September 2017

Die Gebrüder Zehnbauer - Ein bedeutungsloses Bild ohne Bezug zur Familie? – Ein Bilderrätsel! (03_002)

Ein bedeutungsloses Bild! Ein Bilderrätsel? Wer ist der Tote?

Bei der Durchsicht der historischen Dokumente im Nachlass Johann Heinrich Zehnbauers tauchten auch Bilder bzw. Dokumente auf, die anfänglich zwar ohne Bezug zur Familie Zehnbauer zu stehen schienen, jedoch thematisch eindeutig dem Thema „Erster Weltkrieg“ zuzuordnen waren.

Eines der Bilder zeigt ein Holzkreuz auf einem frisch angelegten Grab inmitten eines Gräberfeldes. Das Grabkreuz zeigt den Namen der beigesetzten Person „Heinrich Ahlbach“ und die Einheit „Mun- Kol. D. 2. Battr., Fußartl. Regt. 22“ bei der die Person gedient hatte. Die genauen Geburts- und Sterbedaten hingegen ließen sich nicht ermitteln, nur das Geburtsjahr „[18]90“ und das Sterbejahr „[19]17“.

N
L_Zehnbauer_03_002.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Deutsches Soldatengrab in Koekuithoek [laut Bildaufschrift], Belgien; Aufschrift Kreuz: Fahrer Heinrich Ahlbach, Mun. Kol. d. 2. Battr., Fußartl. Regt. 22., geb. [14.05.1890], gef. [18.08.1917], Ruhe sanft. [Anm.: laut Preuß. Sterbeliste 942, aus Hadamar, Limburg / laut Ehrentafel des Masurischen Fußartl. Regt. 22 gefallen in Spriethoek]; digitalisiert und Recherche: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.


Nachdem die Arbeiten an den Dokumenten vorangeschritten waren, zeigte sich allerdings, dass die auf dem Kreuz gezeigte Einheit auch die von Johann Heinrich Zehnbauer ist und somit sehr wohl ein Bezug zur Johann Heinrich bestand. Da dies das einzige Bild war, welches eine Grabstelle eines Kameraden zeigte, schien zudem auch eine freundschaftliche bzw. kameradschaftliche Verbindung bestanden zu haben; eine Erinnerung an einen guten Freund.


Die Suche beginnt

Durch die seit 2014 digital veröffentlichten Verlustlisten[1] des Ersten Weltkrieges ließ sich schnell der Name suchen, allerdings tauchte dieser dreimal auf.
Die erste Überlegung eine fehlerfreie Zuordnung durchzuführen, war die auf dem Foto handschriftlich vorgenommene Ortsangabe „Koekuithoek“ mit eventuell zu findenden Angaben zu den Standorten der Einheit abzugleichen, wobei dies aufgrund der wenigen verfügbaren Daten nicht fehlerfrei möglich war. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Name falsch notiert wurde, scheint recht hoch, die Ortsangabe „Kijkiuthoek“ hingegen liefert einen Standort , der ebenfalls in der Nähe der Geschehnisse liegt.
Der Standort des deutschen Soldatenfriedhofs „Menenwald“, der zwischen den Ortschaften Menen und Wevelgem liegt, trägt den Namen „Kijkuithoek“ und wurde im Juli 1917 während der dritten großen Schlacht um Ypern angelegt. In den 1950 Jahren wurden die vielen deutschen Soldatenfriedhöfe in Belgien zusammengelegt, so dass sich das Grab Heinrich Ahlbachs heute in Langemark befindet. Die sterblichen Überreste befinden sich in Block B Grab 12345[2]

Die Suche im Internet unter Eingabe des Namens und der Einheit brachte einen Eintrag, der die Ehrentafel des Masurischen Fußartillerie Regiments Nr. 22 zum Thema hatte. Hier ließen sich nun die weitere Angaben finden[3]:
„EHRENTAFEL - Vom ersten Bataillon des königlich-preußischen Fußartillerie-Reg. Nr 22 starben den Heldentod für das Vaterland […] Munitionskolonne […] Dienstgrad: Fahrer, Name: Ahlbach, Vorname: Heinrich, Geburtsdatum & Ort: /, Todesdatum & Ort: 18.08.1917 Spriethoek, Einheit: II. Battr., Bemerkungen: /“
In der Chronik des Regiments wird Ahlbach ebenfalls erwähnt, so heißt es zu den Ereignissen am 18.08.1917[4]:
„Am 18. August wird das Quartier der 2. Kolonne in Slypscapelle stark beschossen. Der Fahrer Ahlbach wird schwer verwundet – er stirbt am folgenden Tag –, 6 Zugpferde werden getötet, 1 verwundet.“ 
Von den drei Eintragungen in den Verlustlisten[1] fiel nur eine in den Zeitraum August 1917. Das „Armeeverordnungsblatt, 1633. Ausgabe, Seite 20719, Preußische Verlustliste 942, Verlustlisten vom 20. September 1917 “ zeigt folgenden Eintrag:
„Ahlbach, Heinrich – 14.05. Hadamar, Limburg – gefallen“.
Die fehlende Jahreszahl des Geburtsdatums in den Verlustlisten war nur eine der vielen Veränderungen, die im Laufe des Krieges in den Armeeverordnungsblättern vorgenommen wurden. Die Jahreszahl allerdings konnte der Fotografie entnommen werden.

Die Gesamtheit aller gefundenen Angaben lässt eine zweifelsfreie Zuordnung zu. Die Erwähnung des Ortes „Spriethoek“ lässt sich dadurch erklären, dass dies der Sterbeort ist.

Ahlbach wurde am 14.05.1890 in Hadamar geboren, wurde am 18.08.1917 Slypskapelle verwundet, verstarb in Spriethoek am 18.08.1917, wurde in Kijkuithoek beigesetzt und später nach Langemark umgebettet. Die einzige Abweichung ergibt sich aus dem in der Chronik zu findenden Hinweis, dass Ahlbach am darauffolgenden Tag, also dem 19.08.1917 verstorben sein soll.

Standort des Grabes in Kijkuithoek (1917)



Lage des heutigen Grabes in Langemark


Was war geschehen? - Des Rätsels Lösung bringt ein Feldpostbrief!

Unmittelbar nach der Ermittlung der Daten zu dem oben genannten Bild rückte ein Dokument in den Mittelpunkt der Untersuchung, das aufgrund seiner ausführlichen Beschreibung der Kriegsgeschehnissen an sich schon interessant erschien.

In einem der von Johann Heinrich Zehnbauer verfassten Feldpostbriefe beschreibt dieser den Einschlag von „Schüssen“ in die Stallungen und Unterkünfte der Munitionskolonne. Der Brief trägt das Datum „19.08.1917“, also einen Tag nach Heinrich Ahlbachs Tod, welcher im Brief mit den Worten „Aber auch ein Mann mußte noch dabei bleiben. Der arme Kerl war so ein guter Mensch gewesen“ beschrieben wird.

Dass solch ein Ereignis selbst bei einem kriegserfahrenem Soldaten wie dem Unteroffizier Zehnbauer nicht ohne Spuren blieb, zeigt die ungewöhnlich offene Beschreibung seiner Gefühle und Ängste:

„Feldpostbrief von Unteroffizier Johann Heinrich Zehnbauer gelaufen 21.08.1917 an Familie Johann Adam Zehnbauer in Bensheim an d. Bergstraße, Metzgerei, Poststempel / Absender: Masurisches Fuss-Artillerie-Regiment 22, I. Bataillon, 2. Batterie, Munitions-Kolonne;
Text: Flandern 19 August 1917 Lieber Bruder und Schwägerin
Eure Sendung und Briefchen erhalten. Meinen herzlichsten Dank dafür. Aber gegessen habe ich noch nichts davon. Habe auch keinen richtigen Appetit gehabt, der ist mir dieser Tag mal vergangen. Da sitze ich gerade so gemütlich am Abend beim Kaffeetrinken und esse mein Brot dazu und wollte grad von der Wurst abschneiden, da saust mir eine Granate über den Kopf und schlägt 100m weiter ein. Ich bin darüber so erschrocken, daß mir heute noch die Hände zittern. Wir liegen nämlich hier auf einem Speicher mit Stroh drauf. Wenn ich draußen in Stellung bin da fällt mir das gar nicht ein, weil wir nichts anderes zu erwarten haben aber im Quartier da man an nichts denkt ist anders. Da bin ich dann gleich vom Speicher runter in die Wiese gelaufen. Auf einmal kommt wieder ein Schuß direkt neben unseren Stall und schlägt im Stall 4 Pferde gleich mausetot und 2 sind gleich drauf kabut gegangen. Einer hat noch ein tiefes Loch im Leib der lebt noch. Aber auch ein Mann mußte noch dabei bleiben. Der arme Kerl war so ein guter Mensch gewesen. Was habe ich da Glück gehabt, daß ich darauf grad nicht im Stall war. Hier geht es überhaupt sehr schlimm zu. Wenn wir nur hier wieder gesund heraus wären. Sonst bin ich noch Gott sei Dank gesund, was ich von Euch auch hoffe. Vielleicht komme ich auch bald wieder mal in Urlaub. Mit herzlichen Grüßen Euer Bruder und Schwager JEAN (Spitzname von Johann Heinrich Zehnbauer)
Viele Grüße an die Kinder und die Mutter und Großmutter.
Gruß an Betha und Mann, Gretchen und die Tante
Auf Wiedersehen. Eben sitze ich auf der Wiese und tue Pferde [zeichnen]"

Somit ergänzen sich die zwei Dokumente – der Feldpostbrief vom 19.08.1917 und das Foto des Soldatengrabes – und liefern tiefgreifende persönliche Einblicke in die Erfahrungen der Frontsoldaten der Westfront, ist es doch das einzige Bild, welches sich im Nachlass findet, auf dem ein Soldatengrab zu sehen ist und zudem auch der einzige Brief in dem der Verlust eines Kameraden beklagt und die empfundene Angst ausgesprochen wird.

All dies geschieht im Rahmen der Flandernschlacht, die seit dem 31. Juli 1917 tobt und mit voller Härte geführt wird. Die Chronik beschreibt den Einsatz von Gasgranaten auf beiden Seiten sowie den Kampf gegen englische Tanks[5].

NLJS_Dokumente_NLJZ_0633; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Feldpostbrief von Unteroffizier Johann Heinrich Zehnbauer gelaufen 21.08.1917 an Familie Johann Adam Zehnbauer in Bensheim an d. Bergstraße, Metzgerei; Poststempel / Absender: Masurisches Fuss-Artillerie-Regiment 22, I. Bataillon, 2. Batterie, Munitions-Kolonne; Text: Flandern 19 August 1917 [Anm.: Raum Beselare, Belgien; Nähe Ypern] Lieber Bruder und Schwägerin, Eure Sendung und Briefchen erhalten. Meinen herzlichsten Dank dafür. Aber gegessen habe ich noch nichts davon. Habe auch keinen richtigen Appetit gehabt, der ist mir dieser Tag mal vergangen. Da sitze ich gerade so gemütlich am Abend beim Kaffeetrinken und esse mein Brot dazu und wollte grad von der Wurst abschneiden, da saust mir eine Granate über den Kopf und schlägt 100m weiter ein. Ich bin darüber so erschrocken, daß mir heute noch die Hände zittern. Wir liegen nämlich hier auf einem Speicher mit Stroh drauf. Wenn ich draußen in Stellung bin da fällt mir das gar nicht ein, weil wir nichts anderes zu erwarten haben aber im Quartier da man an nichts denkt ist anders. Da bin ich dann gleich vom Speicher runter in die Wiese gelaufen. Auf einmal kommt wieder ein Schuß direkt neben unseren Stall und schlägt im Stall 4 Pferde gleich mausetot und 2 sind gleich drauf kabut gegangen. Einer hat noch ein tiefes Loch im Leib der lebt noch.  Aber auch ein Mann mußte noch dabei bleiben. Der arme Kerl war so ein guter Mensch gewesen. Was habe ich da Glück gehabt, daß ich darauf grad nicht im Stall war. Hier geht es überhaupt sehr schlimm zu. Wenn wir nur hier wieder gesund heraus wären. Sonst bin ich noch Gott sei Dank gesund, was ich von Euch auch hoffe. Vielleicht komme ich auch bald wieder mal in Urlaub. Mit herzlichen Grüßen Euer Bruder und Schwager JEAN (Spitzname von Johann Heinrich Zehnbauer), Viele Grüße an die Kinder und die Mutter und Großmutter. Gruß an Betha und Mann, Gretchen und die Tante Auf Wiedersehen. Eben sitze ich auf der Wiese und tue Pferde [zeichnen]; digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.


Standort des Vorfalls / Angriff auf das Quartier der Munitionskolonne 2. Batterie


Links und Literaturhinweise

[1] http://des.genealogy.net/eingabe-verlustlisten/search/index (besucht am 31.05.2017)
[2] Suchanfrage bei www.volksbund.de (besucht am 31.05.2017)
[3] http://www.denkmalprojekt.org/2014/vl_masurisches-fussartillerie-reg_nr22_wk1.html (besucht am 06.04.2017)
[4] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 221.
[5] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 222ff.


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Samstag, 23. September 2017

Die Gebrüder Zehnbauer - Bild und Feldpostkarte Johann Heinrich Zehnbauer (05_002, 09_002)

Die einzige Feldpostkarte (09_002) Johann Heinrichs, die sich direkt an eines seiner Kinder richtet. Lisa - Anna Maria Elisabeth Zehnbauer (22.12.1906 - 02.09.1987) – hat sich wohl den Arm gebrochen und ihr Vater sendet ihr und der Schwester, hier "Annachen" genannt, eigentlich "Anna Maria Zehnbauer" (24.01.1910 - 08.07.1971), einen Gruß. Nach einem kurzen väterlichen Trost erfolgt aber eine ebenso väterliche Hoffnung, dass die Kinder der Mutter während der Abwesenheit des Vaters helfen. 
„Feldpostkarte, gelaufen: 22.07.1917, K.D.Feldpost, zweiter Stempel: Masurisches Fußartillerie Regiment 22, 1. Bataillon, 2. Munitions-Kolonne, Absender: Unteroffizier Zehnbauer, 1. Bataillon, Masurisches Fußartillerie Regiment, 2. Munitions-Kolonne, 2. Batterie 
Text: 21.07.1917, Liebe Lisa (gemeint ist seine Tochter Anna Maria Elisabeth Zehnbauer 22.12.1906 - 02.09.1987), Deine und Annachens [...] Karte habe ich erhalten. Es freut mich, daß Du wieder zu Hause sein kannst und daß Dein Arm wieder besser ist. Wenn Gott will kommt er auch wieder ganz in Ordnung, daß Du Deiner Mutter wieder helfen kannst. Ich bin noch Gott sei Dank gesund. Mit herzlichen Grüßen und Küssen auch an Annachen & Mutter und die anderen [...] Dein Dich liebender Vater“ 
Das Bild der Feldpostkarte (auch als Ansichtskarte ohne Text im Nachlass zu finden: 05_002) zeigt Johann Heinrich Zehnbauer mit etlichen Kameraden (Mannschaften) beim Stalldienst. Die Soldaten tragen Drillich. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich das Regiment im Raum St.Quentin, Frankreich. Das Bild trägt eine rückwertige Aufschrift, die neben der ausgeführten Tätigkeit auch den Ort, das Datum und sogar die Zeit nennt. Der Text lautet:
„Andenken an den Stalldienst in Boukincamps am 15. Juli 1917, 7 Uhr abends sonntags“
Der Weiler Boukincamps liegt rund 20 km nordöstlich von Saint Quentin entfernt.

NL_Zehnbauer_09_002_Ausschnitt.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Feldpostkarte, gelaufen: 22.07.1917, K.D.Feldpost, zweiter Stempel: Masurisches Fußartillerie Regiment 22, 1. Bataillon, 2. Munitions-Kolonne, Absender: Unteroffizier Zehnbauer, 1. Bataillon, Masurisches Fußartillerie Regiment, 2. Munitions-Kolonne, 2. Batterie, Text: 21.07.1917, Liebe Lisa (gemeint ist seine Tochter Anna Maria Elisabeth Zehnbauer 22.12.1906 - 02.09.1987), Deine und Annachens [...] Karte habe ich erhalten. Es freut mich, daß Du wieder zu Hause sein kannst und daß Dein Arm wieder besser ist. Wenn Gott will kommt er auch wieder ganz in Ordnung, daß Du Deiner Mutter wieder helfen kannst. Ich bin noch Gott sei Dank gesund. Mit herzlichen Grüßen und Küssen auch an Annachen & Mutter und die anderen [...] Dein Dich liebender Vater; Utffz. Johann Heinrich Zehnbauer (1882-1953) zweiter von links; digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.

NL_Zehnbauer_09_002.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Feldpostkarte, gelaufen: 22.07.1917, K.D.Feldpost, zweiter Stempel: Masurisches Fußartillerie Regiment 22, 1. Bataillon, 2. Munitions-Kolonne, Absender: Unteroffizier Zehnbauer, 1. Bataillon, Masurisches Fußartillerie Regiment, 2. Munitions-Kolonne, 2. Batterie, Text: 21.07.1917, Liebe Lisa (gemeint ist seine Tochter Anna Maria Elisabeth Zehnbauer 22.12.1906 - 02.09.1987), Deine und Annachens [...] Karte habe ich erhalten. Es freut mich, daß Du wieder zu Hause sein kannst und daß Dein Arm wieder besser ist. Wenn Gott will kommt er auch wieder ganz in Ordnung, daß Du Deiner Mutter wieder helfen kannst. Ich bin noch Gott sei Dank gesund. Mit herzlichen Grüßen und Küssen auch an Annachen & Mutter und die anderen [...] Dein Dich liebender Vater; digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.

Liebe Lisa.... (rechts hinten)


NL_Zehnbauer_11_005.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Familie Zehnbauer um 1914, Frau Franziska Zehnbauer (13.02.1877 - 15.08.1942), Junge stehend rechts oben: Franz Zehnbauer (18.02.1902 - 22.08.1965), Mädchen stehend links unten : Anna Maria Zehnbauer  (24.01.1910 - 08.07.1971), Junge stehend unten: Johann Zehnbauer (07.04.1912 - vermisst 18.07.1944), Mädchen auf Stuhl: Maria Zehnbauer (13.09.1913 - 20.08.2000), Mädchen rechts stehend: Johanna Maria Zehnbauer (24.05.1908 - 22.01.1976), Mädchen rechts hinten: Anna Maria Elisabeth Zehnbauer (22.12.1906 - 02.09.1987); digitalisiert und zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©


Standort der Aufnahme 



Links und Literaturhinweise



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Samstag, 16. September 2017

Die Gebrüder Zehnbauer - Feldpostkarte Johann Heinrich Zehnbauer, 25.05.1917 (10_001)

Am 25.05.1917 sendet Johann Heinrich Zehnbauer wieder ein paar Grüße Richtung Heimat. Die Feldpostkarte zeigt auf der Vorderseite ein Pferdegespann mit einem mit Soldaten besetzten Wagen. Dieses Motiv liegt im Nachlass auch als unbeschriebene Feldpostkarte vor (04_001). Die Chronik schildert die Geschehnisse am 25.05.1917 mit den Worten: 

„Am 25. Mai vormittags macht die 2. Batterie ein Wirkungsschießen mit Fliegerbeobachtung auf feindliche Batterien bei Fontaine, wobei mehrere Explosionen beobachtet werden. Als Vergeltungsfeuer folgt von Seiten des Feindes eine Beschießung mit etwa 200 Schuß schweren Kalibers auf das Gelände nahe der Feuerstellung der 2. Batterie. Ein großer Teil der Schüsse liegt in der Gegend des Gefechtsstandes der Gruppe Hoffmann, die gezwungen wird, die Villa Rue Bellevue 34 zu verlassen und in einen schon vorbereiteten naheliegenden Stollen umzuziehen.“[1]

In der Feldpostkarte ist davon allerdings nichts zu lesen:

„Ansichtskarte, gelaufen 26.05.1917, Stempel: K.D. Feldpost; Stempel 2: Masur. Fuss. Art. Reg. 22, I. Bataillon, 2. Mun.-Kolonne; Absender: Unteroffizier Zehnbauer, 2. Mun. Kolonne, 2. Battr.; Adressat: Frau Johann Heinrich Zehnbauer, Bensheim an der Bergstraße, Wormserstraße 19; 
Text: 25.05.1917, Liebe Frau! Habe heute wieder keine Post von dir bekommen. [...] Rothermel ist auch dabei. Mit Urlaub werde ich noch ein bißchen warten müssen. Schreibe mir doch auch bald einmal wie es zu Hause geht. Sonst noch gut. Mit herzlichen Grüßen und Küsse auch an die Kinder dein dich liebender Mann. Gruß an [...]"

Aufgrund des fehlenden Satzes, der auf eine Unternehmung schließen lässt, fehlt zwar ein entscheidender Teil, jedoch ist der Text fernab dessen, was in der Chronik erwähnt wird.

NL_Zehnbauer_10_001.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Feldpostkarte, gelaufen 26.05.1917, Stempel: K.D. Feldpost; Stempel 2: Masur. Fuss. Art. Reg. 22, I. Battailon, 2. Mun.-Kolonne; Absender: Unteroffizier Zehnbauer, 2. Mun. Kolonne, 2. Battr.; Adressat: Frau Johann Heinrich Zehnbauer, Bensheim an der Bergstraße, Wormserstraße 19; Text: 25.05.1917, Liebe Frau! Habe heute wieder keine Post von dir bekommen. [...] Rothermel ist auch dabei. Mit Urlaub werde ich noch ein bißchen warten müssen. Schreibe mir doch auch bald einmal wie es zu Hause geht. Sonst noch gut. Mit herzlichen Grüßen und Küssen auch an die Kinder dein dich liebender Mann. Gruß an [...]; digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©


NL_Zehnbauer_10_001_Ausschnitt.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Feldpostkarte, gelaufen 26.05.1917, Stempel: K.D. Feldpost; Stempel 2: Masur. Fuss. Art. Reg. 22, I. Battailon, 2. Mun.-Kolonne; Absender: Unteroffizier Zehnbauer, 2. Mun. Kolonne, 2. Battr.; Adressat: Frau Johann Heinrich Zehnbauer, Bensheim an der Bergstraße, Wormserstraße 19; Text: 25.05.1917, Liebe Frau! Habe heute wieder keine Post von dir bekommen. [...] Rothermel ist auch dabei. Mit Urlaub werde ich noch ein bißchen warten müssen. Schreibe mir doch auch bald einmal wie es zu Hause geht. Sonst noch gut. Mit herzlichen Grüßen und Küssen auch an die Kinder dein dich liebender Mann. Gruß an [...]; Bild zeigt Wagen mit Soldaten der 2. Munitionskolonne, 2.Batterie, 1. Bataillon, Masurisches Fußartillerieregiment 22 im Mai 1917 in der Nähe von St. Quentin, Frankreich. Utffz Johann Heinrich Zehnbauer (1882-1953) sitzt auf dem Kutschbock; digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©


Standort der Aufnahme (Raum St. Quentin)



Links und Literaturhinweise

[1] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 205.


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Samstag, 9. September 2017

Die Gebrüder Zehnbauer - Fotografie Johann Heinrich Zehnbauer, 13.05.1917 (03_001)

Wie die Tätigkeit bei der Munitionskolonne ausgesehen haben muss, zeigt dieses Bild, welches zweimal im Nachlass (siehe auch 10_002) auftaucht, wobei nur eines der Bilder eine Beschriftung auf der Rückseite aufweist:
„Andenken an Sonntag, den 13.05.1917 in [Boukinkamp] bei St. Quentin, Frankreich“
Auch wenn die Schreibweise des Ortes an dem die 2. Munitionskolonne untergebracht war sowohl in der Chronik (Boucincamps)[1] und der Rückseite der Fotografie (Boukinkamp) von der heutigen Schreibweise "Hameau de Boukincamp" abweicht, handelt es sich zweifelsfrei um den kleinen Weiler in der Nähe St Quentins. 

Das Bild zeigt Johann Heinrich zu Pferde und einen unbekannten Kameraden auf dem rückwärtigen Sitz eines Munitionstransporters oder einer Protze. Dabei scheint es sich um einen anderen Fahrzeugtyp zu handeln, als das auf dem Bild vom 30.06.1916 (02_003) abgebildete Fahrzeug. Die Chronik verzeichnet für den 13.05.1917 „besonders nachmittags ziemlich starkes Feuer“[2] auf die Infanteriestellungen, wobei sich die Lage an den darauffolgenden Tagen wieder beruhigt haben soll.

NL_Zehnbauer_03_001.jpg / siehe auch NL_Zehnbauer_10_002.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Utffz. Johann Heinrich Zehnbauer zu Pferde, Person auf Protze unbekannt, Aufschrift auf Rückseite: "Andenken an Sonntag, den 13.05.1917 in [Boukinkamp] bei St. Quentin, Frankreich". Zehnbauer diente in der 2. Munitionskolonne, 2. Batterie, 1. Bataillon, Masurisches Fußartillerie Regiment 22.digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.

Obwohl die Munitionskolonnen nicht am unmittelbaren Kampfgeschehen beteiligt waren, so mussten sie doch die schwere Aufgabe der stetigen Versorgung der Geschützstellungen mit Munition sicherstellen. In der Chronik wird diese Aufgabe, am Auszug des Kriegstagebuchs des Bataillons des 13.04.1917, einem "Großkampftag", wie folgt beschrieben: 

"„Während des ganzen Tages waren alle Leitungen zerstört, Verbindung konnte nur durch Stafetten und Meldegänger aufrecht erhalten werden. Eine rückwärtige Verbindung und somit ein geregelter Munitionsnachschub für Feld- und Fußartillerie war nur durch das I. Bataillon Fußa. 22 gewährleistet.“ 
An diesem Großkampftag zeigt sich auch der Wert der Tätigkeit unserer unermüdlichen Munitionskolonnen, die, unterstützt von den Fahrern und nicht am Geschütz oder im Fernsprechdienst beschäftigten Mannschaften der Batterien den Munitionsnachschub sicherstellten. Mancher, der sonst den anstrengenden und auch gefahrvollen Dienst der Kolonnen wenig beachtete, weil er still und ohne viel Aufhebens getan wurde, lernte an diesem Tage um. Unter dem 13. April entnehme ich den Gefechtstagebüchern der 2. und 3. Kolonne (das der 1. Kolonne liegt mir nicht vor) folgende Berichte: 
2. Kolonne:
„Die Kol. fährt mit 7 Wagen zu 4 Pferden u. 3 Wagen zu 4 der 2. Batterie 360 Schuß vom Munitionsdepot Fieulaine in die Feuerstellung der 2. Batterie. Abfahrt 10 Uhr vormittags. Rückkehr 7 Uhr abends. 
Anschließend fährt die Kolonne mit 4 Wagen zu 4 und 2 Wagen zu 4 der 2. Batterie 216 Schuß vom Munitionsdepot Fieulaine in die Feuerstellung der 2. Batterie. Rückkehr am 14. April 7 Uhr früh. 
Die Kolonne fährt mit 5 Wagen zu 4 und 5 Wagen zu 4 der 2. Batterie 360 Granaten von Fieulaine in die Feuerstellung der 2. Batterie. Abfahrt 11 Uhr vormittags, Rückkehr am 14. April, 10 Uhr vormittags.“"


Ort der Aufnahme



Links und Literaturhinweise

[1] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 197.
[2] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 205.
[3] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 202.

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Donnerstag, 31. August 2017

Die Gebrüder Zehnbauer - Fotografie Johann Heinrich Zehnbauer "Kaisers Geburtstag" 27.01.1917 (09_003)

Die Munitionskolonne feiert in Guizancourt, Frankreich,  „Kaisers Geburtstag“ und als Unteroffizier bei der Munitionskolonne 2. Batterie I. Bataillon Masurisches Fußartillerie Regiment 22 steht Johann Heinrich Zehnbauer  in der ersten Reihe.

Auch wenn die Heeresberichte[1] immer wieder den Raum an der Somme aufgrund der schweren Artilleriegefechte im Januar 1917 erwähnen, scheint an diesem Tag für die 2. Batterie die Lage nicht erwähnenswert zu sein. Weder der Deutsche Heeresbericht noch die Chronik[2] nennen an diesem Tag besondere Vorkommnisse. Vermutlich resultiert hieraus auch die Möglichkeit ein Gruppenbild schießen zu können.

NL_Zehnbauer_09_003.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Text Rückseite: Andenken an Kaisersgeburtstag 1917 (Anm.: 27.01.1917) in Guizancuort; Johann Heinrich Zehnbauer (4. von rechts, erste Reihe) eingesetzt bei der Munitionskolonne 2. Batterie I. Bataillon Masurisches Fußartillerie Regiment 22; digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.

NL_Zehnbauer_09_003.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Text Rückseite: Andenken an Kaisersgeburtstag 1917 (Anm.: 27.01.1917) in Guizancuort; Johann Heinrich Zehnbauer (4. von rechts, erste Reihe) eingesetzt bei der Munitionskolonne 2. Batterie I. Bataillon Masurisches Fußartillerie Regiment 22; digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017 ©.


Ort der Aufnahme "Kaisers Geburtstag"




Links und Literaturhinweise

[1] http://www.deutsches-reich.info/03/weltkrieg/ (besucht am 06.04.2017)
[2] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 264.

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Freitag, 25. August 2017

Die Gebrüder Zehnbauer - Feldpostkarte Johann Heinrich Zehnbauer, 16.12.1916 (07_003)

Die Feldpostkarte, die als Weihnachtsgruß für die in Bensheim wohnende Familie gedacht ist, wirkt aus heutiger Sicht besonders tragisch, wünscht sich Johann Heinrich, nach den schweren Kämpfen an der Somme und seit Dezember in Hinacourt[1] in Ruhe liegend, doch das Ende des Krieges herbei. 

Er wird noch zwei Jahre warten müssen, bis er Weihnachten wieder in Frieden feiern kann. Er schreibt:

„Feldpostkarte, gelaufen: 17.12.1916, K.D. Feldpostamt des Gardekorps, S.B. Mun. - Kol. der 2. Battr Fussartl. Batls. Nr. 22, Absender: Untffz. Zehnbauer, M.Kl. 2. Bttr. 1 Btl. Masurisches Fußart. Rgt. 22 2. Armee Westen [...] Batl. 22
16.12.1916, Liebe Frau und Kinder Eine gesegnete Weihnachten wünscht Euch Euer Vater. Wenn Gott will, ist das diesmal die letzte Weihnachten im Krieg. Vielleicht können wir uns dann die nächste Weihnachten mehr freuen. Gruß Rothermel [Anm.: Johann Heinrichs Unterschrift fehlt; vermutlich um Platz für Rothermels Gruß zu lassen]“

NL_Zehnbauer_07_003.jpg; Nachlass Zehnbauer, Bensheim; Feldpostkarte, gelaufen: 17.12.1916, K.D. Feldpostamt des Gardekorps, S.B. Mun. - Kol. der 2. Battr Fussartl. Batls. Nr. 22, Absender: Untffz. Zehnbauer, M.Kl. 2. Bttr. 1 Btl. Masurisches Fußart. Rgt. 22 2. Armee Westen (Fußart Batl. 22); 16.12.1916, Liebe Frau und Kinder Eine gesegnete Weihnachten wünscht Euch Euer Vater. Wenn Gott will, ist das diesmal die letzte Weihnachten im Krieg. Vielleicht können wir uns dann die nächste Weihnachten mehr freuen. Gruß Rothermel [Anm.: Johann Heinrichs Unterschrift fehlt; vermutlich um Platz für Rothermels Gruß zu lassen]; digitalisiert und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich ©


Standort der Munitionskolonne der 2. Batterie im Dezember 1916





Links und Literaturhinweise

[1] Filtzinger, Ph. (1933): Seite 172.


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