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Mittwoch, 16. November 2022

Liebe Mama... - Feldpostkarten aus Namur von Joseph Stoll - 20.11.1915

  

Noch ist der Überfluss das größte Problem, das Joseph Stoll in Namur - in der Etappe - bewältigen muss. Was auch immer er braucht, was auch immer man ihm schicken will, er erhäält es und zwar im Überfluss. Mehr als er braucht und so ist die Bitte auch nicht verwunderlich: 

"Strümpfe, [...], Mütze und Weste heute am 20ten November bekommen. Die Weste ist sehr schön und hat mir viel, viel Spaß gemacht, da ich sie gut gebrauchen kann. Strümpfe habe ich jetzt 15 Paar. Meine Hausfrau hat mir Mme Wahé 9 Paar  gewaschen. Nichts mehr jetzt schicken. Prof. Hofmann hat mir 2 Exemplare der Bergstraße geschickt, ebenso eine Menge Zigarren und Schokolade. Auch Herr Steinmeyer aus Bensheim und Frau Jagel haben ein Paket gesandt und ebenso Coustol, Wilhelm Filauer etc. Jetzt bin ich aber reichlich versehen. Alles gut. Grüße an Fräulein. Hzl. Grüße Joseph"

NLJS_Dokumente_CV_0468.jpg; Nachlass Joseph Stoll, Bensheim; Ansichtskarte, Verlag: Grand Magasins de la station, Namur; Feldpost, gelaufen 20.11.1915; Absender: Joseph Stoll, Festungsfuhrparkkolonne I, Namur; Adressat: Frau Prof. Dr. Stoll, Bensheim adB, (Hessen); Text: Strümpfe, [...], Mütze und Weste heute am 20ten November bekommen. Die Weste ist sehr schön und hat mir viel, viel Spaß gemacht, da ich sie gut gebrauchen kann. Strümpfe habe ich jetzt 15 Paar. Meine Hausfrau hat mir Mme Wahé 9 Paar  gewaschen. Nichts mehr jetzt schicken. Prof. Hofmann hat mir 2 Exemplare der Bergstraße geschickt, ebenso eine Menge Zigarren und Schokolade. Auch Herr Steinmeyer aus Bensheim und Frau Jagel haben ein Paket gesandt und ebenso Coustol, Wilhelm Filauer etc. Jetzt bin ich aber reichlich versehen. Alles gut. Grüße an Fräulein. Hzl. Grüße Joseph; digitalisiert und zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich 2022.

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Liebe Mama... - Feldpostkarten aus Namur von Joseph Stoll - 13.11.1915

  

Joseph Stolls Fähigkeiten und Talente finden immer mehr Anklnag und so kann er auch bei den Kameraden seine Arbeiten an den Mann bringen. Mit seinen in Bensheim erstellten Motiven der Heimat, aber auch in zunehmenden Maße in Namur selber. Skizzen der Stadt, der Gebäude und historischen Wahrzeichen. Diese Talente ermöglichen es ihm auch später die Stellung zu wechseln: Vom Gericht zur Verwaltung... aber jetzt erst einmal wieder zu dem Prospekt der Bergstraße...

"Heute geht ein Unteroffizier von uns namens [Loch] von hier fort. Es wird Dich besuchen. Wenn er kommt, gib ihm ein Exemplar von meiner Bergstraße, wie ich Dir und du mir geschickt hast. Es ist eine kleien Rolle im Vertikow, aber nicht zum Zusammenklappen, zeig ihm auch das große Bild etc. Er ist ein sehr netter Mann. Viele Grüße Dein Joseph. Mir geht es ausgezeichnet."

NLJS_Dokumente_CV_0467.jpg; Nachlass Joseph Stoll, Bensheim; Ansichtskarte: Grand Magasins de la station, Namur; Feldpost, gelaufen 13.11.1915; Absender: Joseph Stoll, Festungsfuhrparkkolonne I, Namur; Adressat: Frau Prof. Dr. Stoll, Bensheim adB, (Hessen); Text: Heute geht ein Unteroffizier von uns namens [Loch] von hier fort. Es wird Dich besuchen. Wenn er kommt, gib ihm ein Exemplar von meiner Bergstraße, wie ich Dir und du mir geschickt hast. Es ist eine kleien Rolle im Vertikow, aber nicht zum Zusammenklappen, zeig ihm auch das große Bild etc. Er ist ein sehr netter Mann. Viele Grüße Dein Joseph. Mir geht es ausgezeichnet.; digitalisiert und zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich 2022.

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Mittwoch, 31. August 2022

Liebe Mama... - Feldpostkarten aus Namur von Joseph Stoll - 12.11.1915

Früher war alles besser... so tönt es gerne, wenn heutzutage Dinge nicht funktionieren oder Sachen schief laufen, aber die heutige Postkarte belegt, dass auch damals "Controlle" wichtig war. Nicht nur in dieser Postkarte bittet Joseph Stoll seine Mutter die Beigaben zu den Briefen oder die verschickten Päckchen noch einmal in den folgenden Schreiben zu erwähnen oder den Erhalt seiner Schreiben zu bestätigen. Anscheinend waren die Verluste oder Diebstähle doch ein alltägliches Problem, oder die Feldpost nicht gänzlich verlässslich. 

Seine Bitte, dass die Mutter kein Geld mehr schicken solle, ist ebenfalls öfters Thema des Schriftverkehrs. Die Versorgung scheint in der Anfangszeit sogar in Belgien besser gewesen zu sein, als in Deutschland und so schickt Joseph die ersten Monate mehr Dinge (Socken, Wolle etc.) nach Deutschland als umgekehrt. Später ändert sich dies und er bittet seine Mutter um die Zusendung fehlender Alltagsgegenstände. Aber die Mutter scheint auch sehr besorgt zu sein, um ihr einziges Kind und schickt ihm Dinge, die er nicht braucht, die auf dem Transportweg schlecht werden oder die ihre eigene angespannte finanzielle Lage nicht zulassen. 

Der Standort der Ansichtskarte existiert heute noch fast genauso, aber der schöne Kahn fehlt. Wir befinden uns am Quai des Joghiers und blicken auf die Pont de l'Évêché und die Zitadelle von Namur.

NLJS_Dokumente_CV_0466.jpg; Nachlass Joseph Stoll, Bensheim Ansichtskarte, Verlag: Grand Magasins de la station, Namur; Feldpost, gelaufen 12.11.1915; Absender: Joseph Stoll, Festungsfuhrparkkolonne I, Namur; Adressat: Frau Prof. Dr. Stoll, Bensheim adB, (Hessen); Text: Liebe Mama. Deinen lieben Brief mit 10 Mark soeben erhalten. Schicke mir aber kein Geld mehr, bis ich schreibe, ich brauche keines. Was ich habe langt für das was ich kaufen will. Wenn Du schickst, dann schreibe es stets 2 mal in den folgenden Briefen damit ich eine Controlle habe! Viele Grüße an Dich, Fräulein, Frau Geheimrat und alle Bekannte. Dein Joseph.

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Liebe Mama... - Feldpostkarten aus Namur von Joseph Stoll - 11.11.1915

 
Eine weitere Ansichtskarte aus Namur, welche den Grand Place zeigt, der nach den zwei Weltkriegen, die Belgien heimgesucht haben, so nicht mehr existiert. Diese Postkarte zeigt ein weiteres Mal, wie "entspannt" die Tätigkeit in der Etappe gewesen sein muss, denn Joseph Stoll erkundigt sich ein erneut, ob die vielen Päckchen und Schreiben alle angekommen sind. 

Interessant ist seine Aussage: "...habe die Bergstraße erhalten...", denn es handelt sich um sein aufwendiges Werk, die Bergstraße als Zeichnung und ausklappbaren Prospekt zu veröffentlichen. Dies geschieht, wie viele seiner Projekte, in einer Darmstädter Druckerei. Das Ergebnis ist in der Tat sehenswert, nun aber erst einmal zum Inhalt der Karte:

"Liebe Mama. Die Bergstraße nebst Brief habe ich heute erhalten. Besten Dank. Es ist alles gut. Gestern habe ich geschrieben. Ich habe von Frau Teigel, Herrn Eller und heute von Wilhelm ein Paket bekommen. Hast du den Brief mit dem Briefe d. Herrn Eisenhardt bekommen? Wenn ja, so schreibe sofort. Viele hzl. Grüße Dein Joseph.  Lb. Grüße an Fräulein [Kierbauer]."

NLJS_Dokumente_CV_0464.jpg; Nachlass Joseph Stoll, Bensheim Ansichtskarte, Verlag: Grands Magasins de la Station, Namur; Feldpost, gelaufen 11.11.1915;Absender: Joseph Stoll, Festungsfuhrparkkolonne I, Namur; Adressat: Frau Prof. Dr. Stoll, Bensheim adB, (Hessen); Text: Liebe Mama. Die Bergstraße nebst Brief habe ich heute erhalten. Besten Dank. Es ist alles gut. Gestern habe ich geschrieben. Ich habe von Frau Teigel, Herrn Eller und heute von Wilhelm ein Paket bekommen. Hast du den Brief mit dem Briefe d. Herrn Eisenhardt bekommen? Wenn ja, so schreibe sofort. Viele hzl. Grüße Dein Joseph.  Lb. Grüße an Fräulein [Kierbauer].

Der Prospekt wurde bereits 1911 verlegt, scheint aber für Joseph Stoll in Namur wichtig gewesen zu sein. Entweder sollte er aktualisiert werden, oder er benötigte ihn als Referenz für seine demnächst in Namur geplanten Projekte.

Titelseite des Werbeprospekts "Die Bergstraße" von 1911
Titelseite des Werbeprospekts "Die Bergstraße" von 1911

DOWNLOAD - PDF: Die Bergstraße, Werbeprospekt von 1911 von Joseph Stoll, Bensheim.

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Dienstag, 12. April 2022

Liebe Mama... - Feldpostkarten aus Namur von Joseph Stoll - 10.11.1915

 

Während ein paar Kilometer weiter die Hölle tobt, der Krieg seine häßliche Fratze zeigt, erweist sich die Etappe mal wieder als völlig andere Welt. Joseph Stoll hat bei seinem Posten als Gerichtsschreiber, später wird er bei der Festungsverwaltung eingesetzt, ausreichend viel Zeit, um seiner Mutter regelmäßig und viel zu schreiben. Er kann sogar seine Arbeiten für sein heimisches Atelier als Werbegrafiker und Architekt koordinieren. So steht er in Verbindung mit einer Druckerei, die seine Aufträge umsetzt und er kann Geld empfangen... In der Etappe hätte man eingesetzt sein müssen!

Soeben höre ich von Reiling, daß du seit 24 Oktober noch keinen Brief bekommen hast. Ich habe während der Zeit schon einige Briefe und Karten geschrieben. Gestern habe ich einen Brief geschickt mit dem Briefe von Herrn Eisenhardt. Schreibe sofort ob du ihn erhalten hast. Die Broschüre Hofmann brauchst du nicht zu suchen, sie ist in Darmstadt. Ich habe Herrn Prof. Hofmann um eine andere gebeten. Sonst alles sehr gut. Hzl. Grüße Dein Joseph. Geld bekommen.

NLJS_Dokumente_CV_0465.jpg; Nachlass Joseph Stoll, Bensheim; Ansichtskartekarte, Verlag: Grands Magasins de la Station, Namur; Feldpost, gelaufen 10.11.1915; Absender: Joseph Stoll, Festungsfuhrparkkolonne I, Namur; Adressat: Frau Prof. Dr. Stoll, Bensheim adB, (Hessen); Text: Soeben höre ich von Reiling, daß du seit 24 Oktober noch keinen Brief bekommen hast. Ich habe während der Zeit schon einige Briefe und Karten geschrieben. Gestern habe ich einen Brief geschickt mit dem Briefe von Herrn Eisenhardt. Schreibe sofort ob du ihn erhalten hast. Die Broschüre Hofmann brauchst du nicht zu suchen, sie ist in Darmstadt. Ich habe Herrn Prof. Hofmann um eine andere gebeten. Sonst alles sehr gut. Hzl. Grüße Dein Joseph. Geld bekommen; digitalisiert und zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich 2021.

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Donnerstag, 30. Dezember 2021

Liebe Mama... - Feldpostkarten aus Namur von Joseph Stoll - 07.11.1915

 

 So langsam füllen sich die Feldpostkarten mit "wichtigen" Inhalten. Dass Joseph Stoll in der Etappe nur wenig vom Treiben an der Front zu erzählen aht und sogar Zeit findet sich touristisch fortzubilden, ist in Anbetracht des Gesundheitsszustandes seiner Mutter von Vorteil. Obwohl die Karten mehr als 100 Jahre alt sind, scheinen sich die Probleme zu wiederholen. Die Mutter in Bensheim braucht Hilfe im Haushalt, im Alltag, ihr Gesundheitszustand ist schlecht. 

Doch wer soll sie pflegen und versorgen? Fernab der Heimat fällt es schwer, geeignete Personen zu finden, die vertrauenswürdig sind. Hier scheinen weitere Briefe zu folgen, die leider nicht mehr existieren.

"Gestern habe ich einen Brief von Herrn Eisenhardt bekommen, worin er mir mitteilt, daß ich von der Schule pro Monat 30 Mark bekommen soll. Ebenso sollst Du 12 Mark pro Monat empfangen aus der [...]kasse. Dann sagte er, in der Ausschußsitzung sei darüber gesprochen worden, daß du eine rote Kreuzschwester ins Haus bekämest, die Nachts im Hause schlafen soll. Mit allem bin ich einverstanden, aber mit letzterem nicht. Spreche mit Fräulein [Kirbaum] wenn sie dableiben möge wie seither, dann könne niemand anderes zu dir! So ist es mir lieber. Wenn sie allerdings nicht dableiben kann, bis ich zurück bin, dann ist es eine andere Sache. Ich werde noch ausführlicher schreiben. Das Geld habe ich erhalten und schon Karte geschrieben. Viele Grüße an Fräulein Nierbauer und Mutter sowie an Frau Geheimrat, wenn sie zu dir kommt. Heute bin ich in Lüttich auf Urlaub. Viele Grüße Joseph"


NLJS_Dokumente_CV_0463.jpg; Nachlass Joseph Stoll, Bensheim; Ansichtskarte; Verlag: Emile Durmont, éditeur, Liege; Feldpost, gelaufen 07.11.1915 Absender: Joseph Stoll, Fahrer, Festungsfuhrparkkolonne I, Namur; Adressat: Frau Prof. Dr. Stoll, Bensheim adB, (Hessen) Text: Gestern habe ich einen Brief von Herrn Eisenhardt bekommen, worin er mir mitteilt, daß ich von der Schule pro Monat 30 Mark bekommen soll. Ebenso sollst Du 12 Mark pro Monat empfangen aus der [...]kasse. Dann sagte er, in der Ausschußsitzung sei darüber gesprochen worden, daß du eine rote Kreuzschwester ins Haus bekämest, die Nachts im Hause schlafen soll. Mit allem bin ich einverstanden, aber mit letzterem nicht. Spreche mit Fräulein [Kirbaum] wenn sie dableiben möge wie seither, dann könne niemand anderes zu dir! So ist es mir lieber. Wenn sie allerdings nicht dableiben kann, bis ich zurück bin, dann ist es eine andere Sache. Ich werde noch ausführlicher schreiben. Das Geld habe ich erhalten und schon Karte geschrieben. Viele Grüße an Fräulein Nierbauer und Mutter sowie an Frau Geheimrat, wenn sie zu dir kommt. Heute bin ich in Lüttich auf Urlaub. Viele Grüße Joseph; digitalisiert und zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich 2021.

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Liebe Mama... - Feldpostkarten aus Namur von Joseph Stoll - 28.10.1915

 

 Das Ansichtskartenmotiv zeigt die Häuserzeile kurz vor der Mündung der Sambre in die Maas, direkt unter der Zitadelle. Diese Ansicht gibt es heute so nicht mehr. Der Inhalt der Karte ist... schön für die Mama!

NLJS_Dokumente_CV_0461.jpg; Nachlass Joseph Stoll, Bensheim; Ansichtskarte, Feldpost, gelaufen 28.10.1915; Absender: Fahrer Joseph Stoll, Festungsfuhrparkkolonne I, Namur, (Belgien); Adressat:Frau Prof. Dr. Stoll, Bensheim adB (Hessen); Text: Liebe Mama! Hzl. Grüße von hier! Es geht auch sehr gut. Es gefällt mir ebenfalls noch gut. Hoffentlich ist es auch so bei Dir. Demnächst werde ich wieder einmal schreiben. Sei hzl. gegrüßt von mir. Viele Grüße an alle Bekannte. Joseph; digitalisiert und zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich 2021.

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Liebe Mama... - Feldpostkarten aus Namur von Joseph Stoll - 26.10.1915

Diese Ansichtskarte - trotz der schlechten Qualität - stellt eine Besonderheit dar, denn kurz nach seiner Ankunft und Einsatz bei der Festungsverwaltung von Namur weiß Joseph Stoll nocht nicht, dass er später über das hier gezeigte Ehrenmal einen Aufsatz in dem Werk "Namur -  Vor und im Weltkrieg" verfassen wird und für die Pflege und Verwaltung der Anlage verantwortlich sein wird.

In der Karte berichtet er seiner Mutter von dem Besuch des Friedhofs in Namur-Belgrade und wie er das Grab eines Bekannten von der Bergstraße aufgesucht hat.

Von einem Ausflug nach Belgrade hzl. Grüße. Habe heute das Grab des Sohnes vom Schloßhauptmann Baur Betaz [Anm.: Baur de Betatz] Schönberg besucht. Sonst nichts neues zu berichten. Hoffentlich geht es euch gut. Hast du die Hose und Mütze abgeschickt? Hzl. Grüße Joseph, Sonntag 24. Oktober 1915.
NLJS_CV_0459.jpg; Nachlass Joseph Stoll, Bensheim; Ansichtskarte, Feldpostkarte, gelaufen: 26.10.1915; Absender: Joseph Stoll, Festungsfuhrparkkolonne I, Namur, Belgien; Adressat: Frau Prof. Dr. Stoll Hochwolgeb., Bensheim adB, Hessen. Text: Von einem Ausflug nach Belgrade hzl. Grüße. Habe heute das Grab des Sohnes vom Schloßhauptmann Baur Betaz [Anm.: Baur de Betatz] Schönberg besucht. Sonst nichts neues zu berichten. Hoffentlich geht es euch gut. Hast du die Hose und Mütze abgeschickt? Hzl. Grüße Joseph, Sonntag 24. Oktober 1915.

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Mittwoch, 29. Dezember 2021

Liebe Mama... - Feldpostkarten aus Namur von Joseph Stoll - 15.10.1915

 

Ob dienstlich oder privat... Joseph Stoll ist kurz nach seiner Ankunft in Belgien bereits in Brüssel und wieder ist es eine Ansichtskarte, die eine Kirche zeigt. Die Kathedrale St. Michael und St. Gudula in Brüssel. Die Faszination für die Stadt überwiegt und somit leidet der Text der Anischtskarte... Knapper geht es kaum noch:

Von Brüssel herzl[iche] Grüße. Brief erhalten. Sehr gefreut. Joseph

NLJS_Dokumente_CV_0457; Nachlass Joseph Stoll, Bensheim; Ansichtskarte gelaufen, Feldpost 15.10.1915; Adressat: Frau Prof. Dr. Stoll, Bensheim a/dB, Hessen; Absender: Fahrer Joseph Stoll, Festungsfuhrparkkolonne I, Namur über Cöln-Deutz, Text: Von Brüssel herzl[iche] Grüße. Brief erhalten. Sehr gefreut. Joseph; digitalisiert und zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich 2021.

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Liebe Mama... - Feldpostkarten aus Namur von Joseph Stoll - 08.10.1915

 

Wie bereits auf der ersten Ansichtskarte an seine Mutter teilt Joseph Stoll dieser nur mit, wie er erreichbar sein wird und zudem, dass sie ihm - ihre Fürsorge muss erdrückend gewesen sein - nichts schicken möge.

Ein weiteres Mal handelt es sich um ein Motiv aus seiner "neuen" Heimat, nämlich dem wunderschönen Namur. Die meisten Ansichtskarten stammen aus kleinen Heftchen, die viele Ansichtskarten beinhalten und die - da perforiert - leicht entnommen werden können.

Feldpost 08.10.1915; Adressat: An Frau Prof. Dr. Stoll, Bensheim a/dB, Hessen; Absender: Fahrer Jos. Stoll, Namur, Festungsfuhrparkkolonne I, Text: Alles vorzüglich. Nichts schicken, nur schreiben, denn bis jetzt (8. Oktober) habe ich noch keine Zeile bekommen. Adr. Jos. Stoll, Namur über Cöln-Deutz, Festungsfuhrparkkolonne I.

NLJS_Dokumente_CV_0455; Nachlass Joseph Stoll, Bensheim; Ansichtskarte gelaufen, Verlag: Librairie Roman, 43 rue de Fer, Namur, Feldpost 08.10.1915; Adressat: An Frau Prof. Dr. Stoll, Bensheim a/dB, Hessen; Absender: Fahrer Jos. Stoll, Namur, Festungsfuhrparkkolonne I, Text: Alles vorzüglich. Nichts schicken, nur schreiben, denn bis jetzt (8. Oktober) habe ich noch keine Zeile bekommen. Adr. Jos. Stoll, Namur über Cöln-Deutz, Festungsfuhrparkkolonne I.; digitalisiert und zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich 2021.

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Liebe Mama... - Feldpostkarten aus Namur von Joseph Stoll - 05.10.1915

 

 

Es geht Schlag auf Schlag - Joseph Stoll hält seine Mutter ständig auf dem Laufenden und teilt ihr mit, wo er gerade ist, wie sie ihn erreichen kann und was sie zu tun und zu lassen hat. Wieder greift er auf ein beliebtes Motiv aus dem Ansichtskartenheftchen zurück und zeigt dieses Mal die Kathedrale von Namur.

Es geht sehr gut, schicket nichts hier kann man alles haben und ich habe schon zuviel. Ich muß von dem, was ich habe viel wegwerfen, da es zu viel und überflüssig ist. Wahrscheinlich kommen wir etwas weiter, ich freue mich schon darauf. Hzl. Grüße an Frl. [Kierblum] und Dich, Dein Joseph

 

NLJS_Dokumente_CV_0458; Nachlass Joseph Stoll, Bensheim; Ansichtskarte gelaufen, Verlag: Librairie Roman, 43 rue de Fer, Namur, Feldpost 05.10.1915; Adressat: An Frau Prof. Dr. Stoll, Bensheim a/dB, Hessen, Darmstädterstr 50; Absender: Kriegsfreiw. Stoll, Festungsfuhrparkkolonne I, Namur über Cöln-Deutz, Text: Es geht sehr gut, schicket nichts hier kann man alles haben und ich habe schon zuviel. Ich muß von dem, was ich habe viel wegwerfen, da es zu viel und überflüssig ist. Wahrscheinlich kommen wir etwas weiter, ich freue mich schon darauf. Hzl. Grüße an Frl. [Kierblum] und Dich, Dein Joseph; digitalisiert und zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich 2021.


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Dienstag, 28. Dezember 2021

Liebe Mama... - Feldpostkarten aus Namur von Joseph Stoll - 04.10.1915

Liebe Mama... So begannen viele der von Joseph Stoll an seine Mutter gerichteten Postkarten und der Inhalt war zum Großteil rein privat. Der Mutter - bereits hoch betagt - ging es gesundheitlich schlecht und so "kümmerte" sich der als Kriegsfreiwilliger in Namur eingesetzte Sohn durch intensiven Schriftverkehr um seine Mutter. Viele Feldpostkarten zeigen Motive der belgischen Provinzhauptstadt Namur sowie deren Umgebung und der Inhalt beschreibt die alltäglichen Sorgen und Nöte des 36jährigen Sohnes. Er bittet die Mutter um notwendige Kleidung oder Lebensmittel, bittet sie um Abwicklung der notwendigen Einkommenssteuer, belehrt sie über die hohen Preise für Lebensmittel in Deutschland und um Zusendungen von Arbeitsaufträgen, die er als Betreiber eines kleinen Grafikateliers in Bensheim noch erhält. Tragisch wird es, als er ihr noch Feldpostkarten schreibt und ihr Anweisungen gibt, wie sie sich schonen und gesund halten soll und sie zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben ist... Die Schicksale der damaligen Zeit.


Feldpost 04.10.1915; Adressat: An Frau Prof. Dr. Stoll, Bensheim a/dB, Darmstädter Str. 50; Absender: Trainfahrer Jos. Stoll, Namur, Festungsfuhrparkkolonne I, Namur, Text: Heute morgen hier in Namur angekommen. Ich habe ein sehr schönes Quartier bekommen. Meine Adresse ist bis auf weiteres: Trainfahrer Jos. Stoll, Festungsfuhrparkkolonne No. 1, Namur, über Cöln-Deutz. Hoffes alles noch in Ordnung zu wissen. Frl. Grüße an Alle besonders an Dich und Frl. Kirbauer. Dein Joseph

Adressat: An Frau Prof. Dr. Stoll, Bensheim a/dB, Darmstädter Str. 50; Absender: Trainfahrer Jos. Stoll, Namur, Festungsfuhrparkkolonne I, Namur, Text: Heute morgen hier in Namur angekommen. Ich habe ein sehr schönes Quartier bekommen. Meine Adresse ist bis auf weiteres: Trainfahrer Jos. Stoll, Festungsfuhrparkkolonne No. 1, Namur, über Cöln-Deutz. Hoffes alles noch in Ordnung zu wissen. Frl. Grüße an Alle besonders an Dich und Frl. Kirbauer. Dein Joseph; digitalisiert und zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich 2021.

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Samstag, 1. Dezember 2018

Romantische Feldpostkarten und Ansichtskarten aus Österreich - Eine tragisch-schöne Geschichte aus dem Pinzgauer Fusch

Margareth Embacher (1898 - 1984)
Eigentlich sollten auf diesem Blog nur Bensheimer Geschichten erzählt werden, aber hier gebietet es der Anstand und zwingt mich die Geschichte dazu, das Sonderthema "Bensheimer im Ersten Weltkrieg - GOES AUSTRIA" zu eröffnen.

Im traumhaft schönen Pinzgauer Fusch an der Großglocknerstraße wurde im Jahre 1898 Margareth Embacher als Tochter des Embachbauers geboren. Das Leben im Pinzgau war hart und entbehrungsreich, die Menschen lebten traditionell und ihr Leben war von der harten und gefährlichen Arbeit in den engen und steilen Tälern des Salzburger Landes geprägt. Margareth, genannt Gretl, Embacher verliebte sich als junge Frau in einen aus Niederösterreich stammenden jungen Mann und man schrieb sich Briefe und Ansichtskarten, von denen 14 erhalten sind. 

Leider endete diese Romanze und Gretl fand einen neuen Partner mit dem sie zwei uneheliche Kinder hatte, ein zu dieser Zeit und Gesellschaft schweres Vergehen. Damit war ihr und das Schicksal ihrer Kinder besiegelt. Die "in Schande" geborenen Kinder wurden ihr entrissen und die "Sündige" musste von da an ein nach heutigen Maßstäben fast unerträglich hartes Leben führen.1 

Ich lernte Gretl kennen und auch wenn sie von der von ihr geduldeten erbarmungslosen Härte gezeichnet war, so erinnere ich mich an ihr mildes, liebevolles Lächeln und ihre freundliche Art. Mögen diese wenigen, hier präsentierten Zeitzeugnisse an diese Dame erinnern... an Gretl Embacher (1898 - 1984).

Die Ansichtskarten von "Seppl" und "Gretl"

14 Ansichtskarten sind von Gretls Romanzen erhalten geblieben. Zwei davon tragen den Stempel "K.u.K. Schweres Feldartillerie Regiment Nr. 3 Batterie 1". Ein Regiment, dessen Geschichte und Einsatzgebiete aufgrund der häufigen Umbenennungen von Einheiten während des Ersten Weltkrieges nur schwer nachvollziehbar ist. Für den Soldaten "Josef G.", genannt "Seppl", scheint es aber ein "gutes" Regiment gewesen zu sein, denn er überlebte den Krieg.

Nach dem Kriege hielt die Romanze an und diese zwölf Postkarten tragen zum Teil - zu einem leider nur geringen Teil - noch die Briefmarken nebst Poststempel. Diese ermöglichen, oder hätten ermöglicht, die Briefe zu datieren. Bis in die 1920er Jahre schrieben sich die Verliebten. Die verbliebenen Briefmarken sind interessant, da sie zum einen die Aufschrift "Kaiserliche Königliche Österreichische Post" zum anderen die Aufschrift "Deutschösterreich" tragen. Die erste Aufschrift stammte noch aus der Zeit der Monarchie,  die zweite hingegen aus den Jahren 1920 bis 1921, wobei der Begriff "Deutschösterreich", der auch im Kaiserreich für die deutschsprachigen Gebiete verwendet wurde, für kurze Zeit der Name der nach dem Krieg neugegründeten Republik darstellte.

Briefmarke 10 Heller Kaiserliche Königliche Österreichische Post, Gestaltung: Rudolf Junk. Briefmarke 10 Heller Deutschösterreich, Gestaltung: J.F. Renner. Briefmarke 40 Heller Deutschösterreich, Gestaltung: J.F. Renner. Briefmarke 50 Heller Deutschösterreich, Gestaltung: J.F. Renner.

Zeigt die K.u.K. Briefmarke (links) noch die Kaiserkrone, so ziert die zweite Briefmarke bereits der einköpfige österreichische Adler mit Mauerkrone, Hammer und Sichel (die Hauptstände der Gesellschaft repräsentierend). Die zwei rechten Briefmarken, die wie die zweite Marke von J.F. Renner entworfen wurden, zeigen einen knienden Mann.2

Die Postkarten im Einzelnen


Auf einsamen Posten...


Ansichtskarte mit Aufschrift: "Auf einsamen Posten... Im Geiste glaube ich Deine liebe Stimme zu vernehmen.", K.u.K. Felpost, gelaufen: 23.VII.[...]; Zusatzstempel: K.u.K. schweres Feldartillerieregiment Nr. 3 Batterie Nr. 1; Adressat: An Fräulein Gretl Embacher, Embachtochter, Fusch, Pinzgau Land Salzburg; Text: "Deine Karte vom 17 / 7 Dankend erhalten, freut mich Dich gesund zuwissen was auch bei mir der Fall ist. Warte mit Sehnsucht auf Br[ief]. Herzensgrüsse sendet Dir J.G."

Ansichtskarte mit Aufschrift: "Auf einsamen Posten... Im Geiste glaube ich Deine liebe Stimme zu vernehmen.", K.u.K. Felpost, gelaufen: 23.VII.[...]; Zusatzstempel: K.u.K. schweres Feldartillerieregiment Nr. 3 Batterie Nr. 1; Adressat: An Fräulein Gretl Embacher, Embachtochter, Fusch, Pinzgau Land Salzburg;

Text: "Deine Karte vom 17 / 7 Dankend erhalten, freut mich Dich gesund zuwissen was auch bei mir der Fall ist. Warte mit Sehnsucht auf Br[ief]. Herzensgrüsse sendet Dir J.G."


Nochmals innigste Busserl...



Ansichtskarte, K.u.K. Felpostamt 628, gelaufen: 2.VIII.1918; Zusatzstempel: K.u.K. schweres Feldartillerieregiment Nr. 3 Batterie Nr. 1; Adressat: An Wohlg. Fräulein Gretl Embacher, Embachtochter in Fusch - Pinzgau, Salzburg;

Text: "am 1. August 1918, Liebste Gretl! Liebes Briefl und Karte erhalten. Danke dir, freut mich immer von dir ein paar Zeilen zuerhalten. Bin gesund [...] Werde wenn ich leichter Zeit habe schon wieder ein Briefl folgen lassen. Herzliche Grüsse sendet dir Josef. Lebe Wohl. Nochmals innigste Busserl. Zusatz links: J. G., KuK schweres Artl Rgt No. 1/3, Feldpost No. 628."


Die herzlichsten Grüße von der Heimreise...


Ansichtskarte mit Aufschrift: "Kurort Meran in Südtirol", gelaufen: [...]; Adressat: An Fräul. Gretl Embacher, Embachtochter, Fusch, Pinzgau Land Salzburg; Text: "am 10.11.1918, Liebste Gretl, Dir die herzlichsten Grüsse auf der Heimreise sendet Dein lieber Josef. auf baldiges Wiedersehen, auch ganz liebe Grüße Frau [...]"

Ansichtskarte mit Aufschrift: "Kurort Meran in Südtirol", gelaufen: [...]; Adressat: An Fräul. Gretl Embacher, Embachtochter, Fusch, Pinzgau Land Salzburg;

Text: "am 10.11.1918, Liebste Gretl, Dir die herzlichsten Grüsse auf der Heimreise sendet Dein lieber Josef. auf baldiges Wiedersehen, auch ganz liebe Grüße Frau [...]"


Herzliche Grüße aus Innsbruck...



Ansichtskarte mit Aufschrift: "Liebesgeflüster. O laß mein Herz an deinem schlagen, Laß mich nur einmal glücklich sein, Dann will ich gern das Ärgste tragen, Für dich und für den Kaiser mein!", gelaufen: [...]; Adressat: An Fräulein Gretl Embacher, Embachtochter, in Fusch - Pinzgau Ld. Salzburg;

Text: "[...] herzliche Grüsse aus Innsbruck sendet Josef. Heil aufs [...]."


Herzlichste Grüße aus Wien...


Ansichtskarte mit Aufschrift: "Wien I. - Blick auf die Hofmuseen", gelaufen: [...]; Adressat: An Fräulein Gretl Embacher, Embachbauer, Fusch, Pinzgau, Land Salzburg; Text: "Liebste Gretl. Sende Dir die herzlichsten Grüße aus Wien. Dein Sepl."

Ansichtskarte mit Aufschrift: "Wien I. - Blick auf die Hofmuseen", gelaufen: [...]; Adressat: An Fräulein Gretl Embacher, Embachbauer, Fusch, Pinzgau, Land Salzburg;

Text: "Liebste Gretl. Sende Dir die herzlichsten Grüße aus Wien. Dein Sepl."


1000 Grüße und Küsse...


Ansichtskarte mit Aufschrift: "Immer wieder lass mich's sagen: Dir gilt meines Herzens Schlagen!"", gelaufen: [...]; Adressat: An Wohlg. Fräul. Gretl Embacher, Embach-Bauerntochter in Fusch, Pinzgau, Land Salzburg; Text: "Liebste Gretl! dein Brieflein erhalten, hat mich sehr gefreut nach langem wieder was hören läßt. Werde dir schon in Kürze eines senden auch. Sonst gesund? Ich auch! 1000 Grüsse und Küsse. Dein unvergeßlicher Seppl"

Ansichtskarte mit Aufschrift: "Immer wieder lass mich's sagen: Dir gilt meines Herzens Schlagen!"", gelaufen: [...]; Adressat: An Wohlg. Fräul. Gretl Embacher, Embach-Bauerntochter in Fusch, Pinzgau, Land Salzburg;

Text: "Liebste Gretl! dein Brieflein erhalten, hat mich sehr gefreut nach langem wieder was hören läßt. Werde dir schon in Kürze eines senden auch. Sonst gesund? Ich auch! 1000 Grüsse und Küsse. Dein unvergeßlicher Seppl"


In Kürze folgt Brief...


Ansichtskarte mit Aufschrift: "Jung muß man sein! Jung muß man sein, wenn man singen will, Jubelnd beim Safte der Reben, Jung muß man sein, jung muß man sein, Will man des Lebens sich freu'n!" gelaufen: .[...]; Adressat: An Fräulein Gretl Embacher, Embachtochter, in Fusch, Pinzgau; Text: "Liebste Gretl! Habe dein Schreiben alles erhalten herzlichen Dank. Verzeihe daß du von mir nichts erhalten hast, denn ich bin immer krank an Grippe. In Kürze folgt Brief. Dein Josef."

Ansichtskarte mit Aufschrift: "Jung muß man sein! Jung muß man sein, wenn man singen will, Jubelnd beim Safte der Reben, Jung muß man sein, jung muß man sein, Will man des Lebens sich freu'n!" gelaufen: .[...]; Adressat: An Fräulein Gretl Embacher, Embachtochter, in Fusch, Pinzgau;

Text: "Liebste Gretl! Habe dein Schreiben alles erhalten herzlichen Dank. Verzeihe daß du von mir nichts erhalten hast, denn ich bin immer krank an Grippe. In Kürze folgt Brief. Dein Josef."


Nochmals viele Busserl...


Ansichtskarte mit Aufschrift: "A Busserl. A Busserl is a schnuckrig Ding, mer weiß net, wie es tut, mer ißt es nit, mer trinkt's auch nit, Und dennoch schmeckt's so guat", Verlag: R&K L. 8712/6; gelaufen: [...]; Adressat: An Fräul. Gretl Embacher, Embachtochter in Fusch, Pinzgau; Text: "Liebste Gretl; Viele herzliche Grüße aus ... sendet d. Josef. Verzeihe, daß ich nicht zum Briefe schreiben kam, das nächstemal bestimmt. Nochmals viele Bußerl; Zusatz oben links: Schreibe bald."

Ansichtskarte mit Aufschrift: "A Busserl. A Busserl is a schnuckrig Ding, mer weiß net, wie es tut, mer ißt es nit, mer trinkt's auch nit, Und dennoch schmeckt's so guat", Verlag: R&K L. 8712/6; gelaufen: [...]; Adressat: An Fräul. Gretl Embacher, Embachtochter in Fusch, Pinzgau;

Text: "Liebste Gretl; Viele herzliche Grüße aus ... sendet d. Josef. Verzeihe, daß ich nicht zum Briefe schreiben kam, das nächstemal bestimmt. Nochmals viele Bußerl; Zusatz oben links: Schreibe bald."


Deinen Brief mit innigstem Dank erhalten...


Ansichtskarte mit Aufschrift (Verlag NPG): "Es war zur Zeit der Fliederblüte... Heiß klopfte Dir das Herz im Mieder, Ich fühlt's am Beben Deiner Hand, Es duftete so schwül der Flieder, Noch schürend uns'rer Sinne Brand.", gelaufen: unbekannt; Stempel: [...] Hainfeld; Adressat: An Fräul. Gretl Embacher b. Embachbauern in Fusch, Pinzgau, Salzburg; Text: "Liebste Gretl! Dein Brieflein mit innigstem Dank erhalten. 1000 Grüsse und Küsse. [Brief] folgt. Dein Seppl."

Ansichtskarte mit Aufschrift (Verlag NPG): "Es war zur Zeit der Fliederblüte... Heiß klopfte Dir das Herz im Mieder, Ich fühlt's am Beben Deiner Hand, Es duftete so schwül der Flieder, Noch schürend uns'rer Sinne Brand.", gelaufen: unbekannt; Stempel: [...] Hainfeld; Adressat: An Fräul. Gretl Embacher b. Embachbauern in Fusch, Pinzgau, Salzburg;

Text: "Liebste Gretl! Dein Brieflein mit innigstem Dank erhalten. 1000 Grüsse und Küsse. [Brief] folgt. Dein Seppl."


Was ist es, daßt nie schreibst?


Ansichtskarte mit Aufschrift: "O schöne Zeit, o sel'ge Zeit; Wir gingen schweigend Arm in Arm, Das Herz so voll, das Herz so warm, Die blauen Augen dein o Maid, Erstrahlten hell in Seligkeit.", Verlag: L&P 6188/VI, gelaufen: [...] Wiener Neustadt; Adressat: An Wohlg. Fräulein Gretl Embacher, Embachbauer in Fusch - Pinzgau, Land Salzburg; Text: "am 14./11 1920, Liebste Gretl! Muß wieder paar Zeilen senden, hoffe dich gesund zu finden! Hast meinen Brief erhalten, oder? Was ist es, daßt nie schreibst! Also hoffe daß bald ein Brief. Es grüßt dich und küßt dich dein unvergeßlicher Sepl."

Ansichtskarte mit Aufschrift: "O schöne Zeit, o sel'ge Zeit; Wir gingen schweigend Arm in Arm, Das Herz so voll, das Herz so warm, Die blauen Augen dein o Maid, Erstrahlten hell in Seligkeit.", Verlag: L&P 6188/VI, gelaufen: [...] Wiener Neustadt; Adressat: An Wohlg. Fräulein Gretl Embacher, Embachbauer in Fusch - Pinzgau, Land Salzburg;

Text: "am 14./11 1920, Liebste Gretl! Muß wieder paar Zeilen senden, hoffe dich gesund zu finden! Hast meinen Brief erhalten, oder? Was ist es, daßt nie schreibst! Also hoffe daß bald ein Brief. Es grüßt dich und küßt dich dein unvergeßlicher Sepl."


Schreib Dir a Kartl...




Ansichtskarte mit Aufschrift: "O sage, was ist Liebe...? Was Lieb' ist, sag's behende! Ist ehrlich sie und treu, Ein Segen ohne Ende, Ein Glück, das ohne Reu'!", gelaufen: [...]; Adressat: An Wohlg. Fräulein Gretl Embacher, Embachtochter in Fusch - Pinzgau, Land Salzburg;

Text: "31/10 1919, Liebe Gretl! Schreib Dir a Kartl und grüss Dich a wenk, nit Das Du glaubst Das i garnie a Dich Denk, Grüssend Deiniger Lieb... J. G.; Zusatz bei Datum: Schreibe auch mal.; Zusatz links: Jos. G. b[ei] Förster[Dagerer] in Ramsau bei Hainfeld"


Lustige Weihnachten...


Ansichtskarte mit Aufschrift: "Reichst Du auch Blüten zum Strauss' mir dar, Schöner doch blühet Dein Lippenpaar!"; gelaufen: Ramsau bei Hainfeld [...]; Adressat: An Wohlg. Fräul. Gretl Embacher, Fusch - Pinzgau, Land Salzburg; Text: "am 18 / 12; Liebste Gretl; Wünsche dir gesunde lustige Weihnachtsfeiertage zugleich ein glückliches Neuesjahr[...][...][...]. Nebst vielen Grüssen und Küssen sendet D. Sepl."

Ansichtskarte mit Aufschrift: "Reichst Du auch Blüten zum Strauss' mir dar, Schöner doch blühet Dein Lippenpaar!"; gelaufen: Ramsau bei Hainfeld [...]; Adressat: An Wohlg. Fräul. Gretl Embacher, Fusch - Pinzgau, Land Salzburg;

Text: "am 18 / 12; Liebste Gretl; Wünsche dir gesunde lustige Weihnachtsfeiertage zugleich ein glückliches Neuesjahr[...][...][...]. Nebst vielen Grüssen und Küssen sendet D. Sepl."


Dein Seppl...


Ansichtskarte mit Aufschrift: "Bild meiner Träume. Dein liebes Antlitz schwebt mir vor, Du bist's den sich mein Herz erkor!", gelaufen: [...] Miesenbach, Niederösterreich; Adressat: An Fräulein Gretl Embacher, [...] Embach in Fusch, Pinzgau - Land Salzburg; Text: "Liebste Gretl, dein liebes Brieflein mit bestem Dank und großer Freude erhalten, werde auch bald  eins folgen lassen! Dein Seppl"

Ansichtskarte mit Aufschrift: "Bild meiner Träume. Dein liebes Antlitz schwebt mir vor, Du bist's den sich mein Herz erkor!", gelaufen: [...] Miesenbach, Niederösterreich; Adressat: An Fräulein Gretl Embacher, [...] Embach in Fusch, Pinzgau - Land Salzburg;

Text: "Liebste Gretl, dein liebes Brieflein mit bestem Dank und großer Freude erhalten, werde auch bald  eins folgen lassen! Dein Seppl"


Laß bald was hören...


Ansichtskarte mit Aufschrift: "Ich denk an Dich - Denkst Du an mich?", Verlag: Kunstdruckerei von Josef Sperle, Wien VII, Schottenfeldg. 38; Herausgeber: Verlag Deutscher Schulverein, Wien VIII., Karte 1198, Helft uns deutsche Schulen bauen, Burgen im bedrohten Land! Der Deutsche Schulverein in Wien VIII., Florianigasse 39. Jahresbeitrag 2 Kronen, gelaufen: [...]; Adressat: An Wohlg. Fräul. Gretl Embacher, Embachtochter, Fusch, Pinzgau, Land Salzburg; Text: "Liebste Gretl! Kam dazu dir paar Zeilen zusenden. Hoffe dich gesund und Wohl auf zu wissen. Ich bin es auch. Laß bald was hören. Herzliche Grüsse sendet dir dein Sepl! [Schicke viele Küße]"

Ansichtskarte mit Aufschrift: "Ich denk an Dich - Denkst Du an mich?", Verlag: Kunstdruckerei von Josef Sperle, Wien VII, Schottenfeldg. 38; Herausgeber: Verlag Deutscher Schulverein, Wien VIII., Karte 1198, Helft uns deutsche Schulen bauen, Burgen im bedrohten Land! Der Deutsche Schulverein in Wien VIII., Florianigasse 39. Jahresbeitrag 2 Kronen, gelaufen: [...]; Adressat: An Wohlg. Fräul. Gretl Embacher, Embachtochter, Fusch, Pinzgau, Land Salzburg;

Text: "Liebste Gretl! Kam dazu dir paar Zeilen zusenden. Hoffe dich gesund und Wohl auf zu wissen. Ich bin es auch. Laß bald was hören. Herzliche Grüsse sendet dir dein Sepl! [Schicke viele Küße]"


Ein herzliches Dankeschön geht an die Familie Embacher, die diesen Beitrag erst möglich gemacht haben!

Link

1) siehe auch: Michael Mitterauer: Uneheliche Kinder - Ledige Mütter. Zwei soziale ‚Randgruppen’ der Vergangenheit und ihre Lebenswelten im Wandel.

2) Die Briefmarkenserie Deutschösterreich von 1919 bis 1924; http://festivaltour.de/forum/thema/die-briefmarkenserie-deutsch%C3%B6sterreich-von-1919-bis-1924.1788/ (zuletzt besucht am 22.10.2018)

© Frank-Egon Stoll-Berberich, 2018, Alle Rechte vorbehalten.

Samstag, 23. Juni 2018

Soldat Klein schreibt seiner Schwester - Feldpostkarte mit Alltagsszene aus dem Soldatenleben

Leider ist der Vorname des Soldaten Klein unbekannt, aber dafür lässt er sich innerhalb seiner Familie gut einordnen. Er ist der Schwager von Jakob Seeger (siehe Beiträge) und steht zudem in Verbindung mit Paul Klein (siehe Beitrag).

Er schreibt:
Feldpostkarte, gelaufen 14.10.1917; Poststempel: Bad Homburg 14.10.1917. 7-8 N; 1 Krone; Adressat: Frau Maria Seeger, Auerbach / H., Neuer Weg, bei Jährling; Text: Bad Homburg, 12.10.1917; Liebe Schwester! Hoffentlich bist Du & klein Emma noch gesund & munter, was bei mir auch der Fall. Komme jedenfalls nächsten Sonntag auf Urlaub. Gruß an Jakob, wenn Du wieder schreibst. Herzl. Grüße an Dich [Rest des Texts fehlt]
Seine genaue Verwendung ist unbekannt, sein Werdegang ebenfalls. Aber alleine das Motiv der Feldpostkarte, der Bezug zu Bensheim-Auerbach und die oben genannte familiäre Zuordnung rechtfertigen die Veröffentlichung der Feldpostkarte.



Ein herzliches Dankeschön geht wieder einmal an Herrn Hans Bernhard Schober, der ein weiteres Mal in den "Tiefen der Fotokisten" fündig geworden ist. Danke!


Links und Literaturhinweise


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Freitag, 27. April 2018

"Draußen ist es heute sehr kalt" - Gefreiter Jakob Seeger schreibt seiner Familie in Auerbach

Gefreiter Jakob Seeger hält sich im Frühjahr 1917 in Lemberg (Lwiw) auf. Lemberg, eine der größten Garnisonen der k.u.k. Monarchie und somit ein Schutz vor dem russischen Zarenreich, fiel 1914 in der Schlacht von Lemberg kurzzeitig in russische Hände, konnte zurückerobert werden, war aber bis zur russischen Revolution immer wieder gefährdet.

Jakob Seeger allerdings kämpft mit der Kälte und zieht sich in das Soldatenheim zurück. Er schreibt:
"geschrieben, den 5.2.1917, Meine Lieben! Sende Euch nochmals die besten Grüße von hier, und hoffe, daß Ihr auch noch alle gesund seid. Habe Euch Lieben gestern auch eine Karte geschickt. Draußen ist es heute sehr kalt, habe mich wieder im Soldatenheim niedergelassen, denn hier ist es schön warm. Sonst wüßte ich nichts neues. Viele Grüße und baldiges Wiedersehen Euer tr. Vater. Schreibt bitte auch bald wieder"
BIAB_HBS_0024.jpg; Bild zur Verfügung gestellt von Hans Bernhard Schober; Feldpostkarte gelaufen 05.02.1917, Stempel: K.D. Feldpoststation, 5.2.1917. 4-5 N, Nr 268; zusätzlicher Stempel: Deutsches Soldatenheim Lemberg; Absender: Gefreiter [Anm.: Jakob] Seeger, Militär Güter und Paketamt, K.D. Südarmee, deutsche Feldpost 151; Adressat: Frau Marie Seeger, Auerbach (Hessen), Neuer Weg N. 14;  Text: geschrieben, den 5.2.1917, Meine Lieben! Sende Euch nochmals die besten Grüße von hier, und hoffe, daß Ihr auch noch alle gesund seid. Habe Euch Lieben gestern auch eine Karte geschickt. Draußen ist es heute sehr kalt, habe mich wieder im Soldatenheim niedergelassen, denn hier ist es schön warm. Sonst wüßte ich nichts neues. Viele Grüße und baldiges Wiedersehen Euer tr. Vater. Schreibt bitte auch bald wieder; Verlag: Wydawnictwo Salonu Malarzy Polskich w Krakowie 1916; zusammengestellt und transkribiert: Frank-Egon Stoll-Berberich 2018.
Verlag: Wydawnictwo Salonu Malarzy Polskich w Krakowie 1916.



Diese Karte ist als "tragischer Vorbote" zu bezeichnen, denn es wird eine Lungenentzündung sein - zugezogen im kalten Winter 1918 - die Jakob Seeger kurz vor seiner Heimkehr in die hessische Heimat und wenige Tage nach Ende des Krieges, das Leben kosten wird. 

Das ganze Schicksal Jakob Seegers finden Sie hier.


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